Dinamo Zagreb schreibt Geschichte​ und gewinnt die U19 Champions Trophy

Champions Trophy : Dinamo Zagreb schreibt Geschichte

Zum ersten Mal stemmt eine Mannschaft aus Kroatien den Siegerpokal in die Höhe. Im Finale der 57. Auflage des Turniers fällt die Entscheidung erst im Elfmeterschießen.

Von 1963 bis 2018 gab es viele Gewinner und Verlierer bei der U 19 Champions Trophy. Den gastgebenden BV 04, Klubs aus Wales, Auswahlmannschaften der UdSSR oder den FC Sao Paulo. In 56 Jahren gab es aber eines bislang nicht: einen Turniersieger aus Kroatien. Bis zum Ostermontag. Da gewann Dinamo Zagreb das Finalspiel der 57. Auflage des renommierten A-Junioren-Turniers durch ein 3:1 im Elfmeterschießen gegen Eintracht Frankfurt.

„Das ist ein tolles Turnier. Es gab keine Mannschaft, die leicht zu besiegen war. Jedes Spiel war schwer, die Teams bewegten sich auf Augenhöhe. Auch die Organisation war sehr gut. Jetzt feiern wir den Turniersieg und schauen uns noch ein bisschen die Stadt Düsseldorf an“, sagte Trainer Andrej Miokovic. Seine Mannschaft war als einer der Favoriten zum „Osterturnier“ gereist, obwohl einige kroatische U 19-Nationalspieler wie Antonio Marin, Josip Sutalo oder Roko Baturina gar nicht erst im Kader standen.

Dinamo überzeugte aber auch ohne einige Top-Talente in der Gruppenphase mit taktischer Disziplin, einer stabilen Abwehr und großem läuferischen Einsatz. Nach zwei 1:0-Erfolgen über den RSC Anderlecht und den FC St. Pauli genügte den Kroaten ein 0:0 gegen Fortuna Düsseldorf und eine 0:1-Niederlage gegen den FC Everton zum Einzug ins Halbfinale. In diesem behielt der Nachwuchs des 19-maligen kroatischen Meisters im Elfmeterschießen gegen Werder Bremen (4:3) die Oberhand. Zum „Helden“ Dinamos avancierte Torhüter Faris Kraklic, der zwei Strafstöße der Bremer und im Endspiel einen weiteren von Eintracht Frankfurt parieren konnte. „Faris war super, und der Rest der Mannschaft hat sich bestens an die Vorgaben gehalten“, sagte Miokovic.

Titelverteidiger aus Japan belegt nur den sechsten Platz

Nicht über den sechsten Platz hinaus kam in diesem Jahr der Titelverteidiger. Die Japanische Hochschulauswahl war mit einem 2:1 über Borussia Mönchengladbach ins Turnier gestartet, belegte nach einem 1:3 gegen Werder Bremen sowie zwei Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt und Sporting Braga (jeweils 1:1) lediglich den dritten Tabellenplatz der Gruppe 1, die die Bremer für sich entschieden. 

Die im Finale knapp unterlegenen Frankfurter waren wie Zagreb als Zweitplatzierte in die Vorschlussrunde eingezogen, in der die Hessen sich trotz eines frühen Rückstandes mit 2:1 gegen den RSC Anderlecht durchsetzten. Das von Marco Pezzaiuoli betreute Team steigerte sich nach nur einem Zähler aus den ersten beiden Partien deutlich und war in 50 regulären Spielminuten des Finals dem Siegtreffer über weite Strecken näher als Zagreb. Letztlich fehlte es den Hessen aber etwas an Durchschlagskraft.

Im Vorfeld etwas mehr ausgerechnet hatte sich Borussia Mönchengladbach. Die A-Junioren des Fußball-Bundesligisten vom Niederrhein wollten nach vier Endspielteilnahmen in den vergangenen sechs Jahren endlich den ersten Turniersieg einfahren, mussten nach nur einem Sieg in der Gruppenphase aber bereits am Sonntag wieder die Heimreise antreten. Auch der FC St. Pauli (drei Punkte aus vier Spielen), immerhin Tabellenzweiter der Nord/Nordost-Staffel der A-Junioren-Bundesliga, verkaufte sich unter Wert.

Immer mehr Teams definieren sich früh über die Defensive

Insgesamt bot die 57. U 19 Champions Trophy an vier Turniertagen ein durchaus ansehnliches Niveau. Immer auffälliger im Vergleich zu den Turnieren vor zehn oder 20 Jahren werden jedoch die Unterschiede in der taktischen Ausrichtung der Mannschaften. Im Gegensatz zu den Neunziger Jahren oder den frühen 2000er-Jahren stehen die taktische Disziplin sowie das Hauptaugenmerk auf eine stabile Defensive ganz oben auf den Vorgaben-Listen der Trainer.

„Bei sechs Spielen in zwei Tagen ist das gar nicht anders möglich“, sagte Dinamo-Trainer Miokovic. „Da ist es besonders wichtig, sich die Kräfte einzuteilen und auf die Defensive zu achten. Und das haben wir genau richtig gemacht.“

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