DHC: Selbstbewusst zum Final Four

DHC: Selbstbewusst zum Final Four

Nachdem die Damen aus Oberkassel 2017 die Endrunde verpassten, hoffen sie nun in Krefeld auf den ersten Meistertitel.

Optimal verlief die Generalprobe nicht. Doch beim 1:1 gegen den TSV Mannheim am letzten Spieltag der Hauptrunde in der Feldhockey-Bundesliga mussten die Damen des Düsseldorfer HC das Gaspedal auch nicht mehr voll durchtreten. Richtig ernst wird es heute — und im besten Fall auch morgen. Denn in Krefeld steht das Final Four um die Deutsche Meisterschaft an. Und der DHC träumt vom ersten Feld-Titel seiner Vereinsgeschichte.

„Die Effizienz ist der Schlüssel“, sagt Trainer Nico Sussenburger. „Wir haben in dieser Saison aus massenhaft Chancen viel zu wenig Tore gemacht. Ich hoffe, dass die Mädels sich das genau für diese Endrunde aufgehoben haben.“ Mit 40 Toren in 22 Hauptrundenspielen stellen die Oberkasselerinnen die schwächste Offensive der vier Halbfinalisten. Andererseits ließ Sussenburgers Team auch nur 19 Treffer zu — so wenig wie keine Mannschaft in der Bundesliga.

Auch deshalb geht der DHC mit Selbstvertrauen in das Halbfinale gegen den Vorrundenprimus Club an der Alster (heute, 11 Uhr). Die Hamburgerinnen hatten mit 74 Toren die produktivste Offensive. Nach drei Finalteilnahmen strebt der amtierende Hallenmeister den ersten Titelgewinn auf dem Feld an. „Die Mädels sind schon extrem heiß auf das Double. Ich hoffe nur, dass das bereits sichere Europapokal-Ticket nicht ein gewisses Sättigungsgefühl bringt, denn natürlich war das ein ganz großes Ziel“, sagt Trainer Jens George.

In der Saison gewannen beide Teams jeweils einmal mit 2:1 im direkten Aufeinandertreffen. Und so abgedroschen es klingt: In Krefeld wird die „Tagesform entscheidend sein“, wie auch Sussenburger vermutet. Verzichten muss der DHC auf Tessa Schubert, die ihren Bänderriss im Sprunggelenk nicht rechtzeitig auskurieren konnte. Dafür steht Selin Oruz, die zuletzt in Mannheim krank ausfiel, wieder im Kader.

Im Gegensatz zum Club an der Alster und den anderen beiden Halbfinalisten Mannheimer HC und UHC Hamburg gehörten die Oberkasselerinnen 2017 nicht zu den Final Four-Teams. Dennoch ist die Mannschaft von Nico Sussenburger seit dem Aufstieg 2014 zu den Endrunden-Abonnenten zu zählen. 2015 und 2016 ging es bis ins Halbfinale. Vor zwei Jahren gab es dort eine 1:2-Niederlage gegen den UHC Hamburg, die für große Enttäuschung sorgte. Die DHC-Damen sind seitdem als Mannschaft gereift. Auch aus dem fünften Platz im vergangenen Jahr wurden die entsprechenden Lehren gezogen. Nun soll das Gaspedal voll durchgetreten werden — für den ersten Feld-Titel der Clubgeschichte.

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