Der SC West ist noch in Abstiegsgefahr, die TURU muss auch aufpassen

Jahresbilanz Fußball-Oberliga : Mehr als ein „befriedigend“ gibt’s für Düsseldorfs Oberligisten nicht

Der SC West muss nach der Pause auf der nun sanierten Anlage an der Schorlemerstraße in Schwung kommen. Die TuRU hat nur einen „guten Anzug“.

Winterpause in der Fußball-Oberliga. Das gibt die Zeit, ein Zwischenzeugnis auszustellen. Für den SC West lautet die Note „mangelhaft“. Die Versetzung ist gefährdet. Im letzten Spiel des Jahres ließen die Spieler von Ranisav Jovanovic die große Chance verstreichen, zumindest für ein versöhnliches Ende einer bescheidenen Hinserie zu sorgen. Gegen den direkten Konkurrenten VfB  Speldorf setzte es im Kellerduell in letzter Minute eine 1:2-Heimniederlage. Somit überwintert West zurecht auf einem Abstiegsrang. Die sportliche Talfahrt alleine am im Laufe der Hinrunde entlassenen Julien Schneider fest zu machen, wäre schlichtweg falsch. Der 26-Jährige machte bei seiner ersten Cheftrainerstation im Seniorenbereich bestimmt nicht alles richtig, musste allerdings auch unter widrigen Verhältnissen arbeiten.

Aufgrund des lange Zeit gesperrten Kunstrasenplatzes an der  Schorlemerstraße waren oberligawürdige Trainingsbedingungen nicht immer gegeben. Zudem bot der schlecht ausbalancierte und im Sommer nicht wirklich verstärkte Kader nur begrenzte Möglichkeiten. Aus diesen schöpfte der für Schneider installierte Ex-Profi Jovanovic zu Beginn mehr raus. Unter ihm wirkte West in den ersten Partien wieder lebendiger, kitzelten die Leistungsträger wie Maciej Zieba oder Rico Weiler wieder mehr aus sich heraus.

Das alleine wird in der Endabrechnung aber kaum reichen, um die Klasse zu halten. Ranisav Jovanovic muss unter Beweis stellen, dass er die Mannschaft auch in taktischer und spielerischer Sicht entwickeln kann. Und das am besten noch mit dem einen oder anderen Neuzugang, der mehr als nur eine Ergänzung ist und die Hackordnung etwas durcheinander wirbelt. Anderenfalls drohen beim SC West im Sommer zumindest vorerst die Oberligalichter auszugehen.

Schweres Programm für
die TuRU nach der Winterpause

Beim Lokalrivalen TuRU sehen die Halbjahresnoten hingegen deutlich besser aus. Insgesamt hat sich die Mannschaft von Samir Sisic ein „befriedigend“ erarbeitet, wobei sie in den letzten Wochen des Jahres noch ein mögliches „gut“ verspielt hat. Zurückzuführen war dies allerdings auch auf das Verletzungspech, dass die Oberbilker auf der (Jahres-)Schlussgeraden ereilte. In voller Besetzung, das zeigte der bisherige Saisonverlauf, ist der Kader stark genug für einen Platz im gesicherten Tabellenmittelfeld. Doch brechen aus der Achse um Björn Nowicki, Lukas Reitz, Anil Ozan, Taoufiq Naciri, Toni Munoz oder Jacub Przybylko einzelne Elemente weg, bekommt auch die TuRU Schwierigkeiten. Der „zweite Anzug“ bietet nur begrenzte Alternativen, das Leistungsgefälle ist auf einzelnen Positionen zu groß. Dass dies zu Unzufriedenheit bei einigen Reservisten führt, ist logisch. Jonas Schneider und Nickson Touglo suchten bereits das Weite. Auch Marvin Matten und Besmir Rada beschäftigen sich offenbar mit Wechsel-Gedanken.

Das gibt Samir Sisic etwas Spielraum, um den Kader gezielt nachzujustieren. Der Auftakt ins Jahr  2019 hat es für die TuRU 1880 mit den Spielen gegen die SSVG Velbert und den TSV  Meerbusch gleich in sich. Wird dieser in den Sand gesetzt, droht die Sisic-Elf schnell aus der Komfortzone abzurutschen. Das wollen die Verantwortlichen unbedingt vermeiden.

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