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DEG beißt sich am Grizzlys-Bollwerk die Zähne aus

DEG beißt sich am Grizzlys-Bollwerk die Zähne aus

Wie zu Saisonbeginn hapert es in der Offensive. Ändert sich das am Gründonnerstag in Wolfsburg nicht, ist die DEG draußen.

Düsseldorf. Man dürfe den Kopf jetzt nicht hängen lassen, hat Daniel Kreutzer am Dienstag gesagt. Dabei bot allein sein persönlicher Abend genug Argumente, um grundsätzlich zu zweifeln. Ein Tor war Kreutzer erneut nicht gelungen, dafür hatte er einen Schlagschuss von Marcel Brandt ins Gesicht bekommen, und zu allem Überfluss war es sein gebrochener Schläger, der den Wolfsburgern den Weg zum 1:0-Sieg nach 70 Minuten Play-off-Eishockey ebnete.

Nun hat die aufregendste Phase einer jeden Saison die schöne Eigenschaft, dass kaum Zeit bleibt, sich intensiver mit derlei Missgeschicken zu beschäftigen. Bereits am Gründonnerstag (19.30 Uhr/Liveticker) muss die Düsseldorfer EG wieder in Wolfsburg ran. Aber gleichzeitig sind die Play-offs gnadenlos: Wer vier Mal verliert, kann den Urlaub buchen. So weit ist es noch nicht. Aber nach dem 0:1 am Dienstag liegt die DEG im DEL-Viertelfinale 1:3 hinten. Verlieren ist nun verboten.

Zwar gaben sich nach der bitteren Niederlage am Dienstag alle Rot-Gelben hoffnungsfroh, dass es am Donnerstag in Wolfsburg anders ausgeht. Die jüngste Leistung mache Hoffnung. Das mag stimmen, aber mit dem zweiten Sieg klappt es nur, wenn die DEG wieder in der Lage ist, das Tor zu treffen.

In den bisherigen vier Play-off-Spielen gelang das erst ganze sieben Mal. Nach vier Toren zum Auftakt folgten in den vergangenen drei Spielen nur noch drei Treffer, mittlerweile wartet die DEG seit 120 Minuten auf ein Tor. Ein Grund dafür ist Torwart Felix Brückmann, allerdings wird der im Gegensatz zu seinem nicht minder talentierten Gegenüber Mathias Niederberger zu selten zu Glanzparaden gezwungen. Zuletzt flogen meist nur Verlegenheitsschüsse in seine Richtung.

Besonders im Powerplay nähert sich die Quote wieder der düsteren ersten Saisonphase, als der DEG in Überzahl so gut wie gar nichts gelingen wollte. Damals hatte Trainer Christof Kreutzer stets betont, dass er sich keine Sorgen mache, so lange sein Team Chancen kreiere. Davon ist derzeit nichts zu sehen. Die zwei Überzahlspiele am Dienstag waren an Harmlosigkeit kaum zu übertreffen. Die Erfolgsquote liegt aktuell bei bemitleidenswerten 7,7 Prozent.

Nun liegt das natürlich immer an zwei Mannschaften, und die aus Wolfsburg mag zwar kaum Fans und Anziehungskraft haben, aber das sagt nichts über ihre Qualität aus. Nicht umsonst sind die Grizzlys kurz davor, zum vierten Mal in Folge ins Halbfinale einzuziehen — kein anderes DEL-Team kann das von sich behaupten.

„Sie haben viele Schüsse geblockt und es uns sehr schwer gemacht, die Scheiben zum Tor zu bringen“, sagte Daniel Kreutzer am Dienstag und beschrieb damit die Haupteigenschaft der Wolfsburger, die es derzeit perfekt verstehen, die DEG zu verlangsamen, sie nach außen zu drängen und so ihre Topstürmer abzumelden. Bis auf Drayson Bowman hängt die erste Reihe völlig durch. Kreutzer (kein Tor, eine Vorlage, -4) ist kaum an Torszenen beteiligt, richtig düster sieht es bei Rob Collins (kein Tor, eine Vorlage, -3) aus, der kaum einen Zweikampf gewinnt und mit dem wenigen Platz nichts anzufangen weiß. Erst vier Schüsse hat Collins in den Play-offs losgelassen.

Dasselbe gilt für die eigentliche Paradereihe. Ken-André Olimb verschuldet hinten Gegentore und verzettelt sich vorne. Bis auf das einzige Powerplaytor gelang ihm bislang nichts. Auch Norm Milley hat abgesehen von seinem Alleingang im zweiten Spiel noch nichts gezeigt: kein schöner Pass, keine klugen Spielverlagerungen. Manuel Strodel weiß zumindest als Kämpfer in Unterzahl zu gefallen.

Lediglich die hinteren Reihen kreieren derzeit Chancen. Vier der sieben Tore gehen auf ihr Konto. Doch ohne Unterstützung von den Topstürmern oder den Verteidigern reicht das nicht. Bernhard Ebner ist noch ohne Punkt, ein Tor hat noch kein Defensivspieler erzielt.

Trotzdem ist die DEG nicht chancenlos, weil ihre Defensive gut steht und sie die Spiele meist eng hielt. Lediglich im dritten Duell war sie unterlegen. Auch wenn die Grizzlys insgesamt reifer wirken, hätte die DEG mit etwas Glück selbst 3:1 führen können. Aber für Siege muss sie das Tor mal wieder treffen.