Das Fortuna-Gefühl fehlt

Über den Acker in der Arena, der nur mit viel Fantasie an einen grünen Rasen erinnerte, ließen sich alle Beteiligten zur Genüge aus. Nachvollziehbar und zurecht. Ebenso nachvollziehbar war hinterher der Ärger Marcel Sobottkas über ein anderes Thema: die Pfiffe einiger Fans gegen das eigene Team.

Sein Trainer pflichtete ihm später bei und wünschte sich, dass zum nächsten Heimspiel gegen St. Pauli endlich mal wieder mehr Leute den Weg ins Stadion finden. Die Pfiffe gegen die Fortuna nach einer ordentlichen ersten Hälfte auf einem katastrophalen Platz waren unverschämt. Diese Anhänger waren zwar klar in der Minderheit und wurden schnell von Anfeuerungsrufen übertönt, es zeigte aber ein generelles Problem rund um die Fortuna in der Saison 2017/18 auf. Die ganze Saison über steht das Team von Friedhelm Funkel auf einem Aufstiegsplatz — und abgesehen vom Stammpublikum könnte es in Düsseldorf scheinbar kaum weniger interessieren. Alle warten auf die Fortuna-Euphorie, ist die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga nach fünf Jahren greifbar. Doch nur einmal in zwölf Zweitliga-Heimspielen dieser Saison fanden mehr als 28 000 Zuschauer den Weg in die Arena. Euphorie entsteht noch immer keine. Und selbst Teile des aktuellen Stammpublikums sind trotz zahlreicher Erfolge mit der Spielweise ihrer Mannschaft hin und wieder unzufrieden. Das Fortuna-Gefühl aus dem Aufstiegsjahr 2011/12 — es fehlt. Und viele fragen sich, ob es in dieser Saison noch einmal zurückkehrt.

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