Tischtennis-WM: China behält die Zügel in der Hand

Tischtennis-WM : China behält die Zügel in der Hand

Boll/Ma Long scheiden im Achtelfinale aus / Weltranglisten-Erster macht am Ende viele Fehler.

<

p class="text">

Düsseldorf. Ein Insider, der nicht genannt werden möchte, wusste es schon am Morgen vor dem Spiel: „Nie im Leben wird dieser Staat es zulassen, dass eine chinesische Paarungen gegen eine halb-chinesische verliert.“ Er sollte Recht behalten.

Timo Boll und sein chinesischer Partner Ma Long sind bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften schon im Achtelfinale des Doppel-Wettbewerbs ausgeschieden. Die frühere und die aktuelle Nummer eins der Welt verloren gegen die Top-Favoriten Fan Zhendong und Xu Xin aus China mit 13:11, 10:12, 8:11, 9:11, 8:11.

Ein normales Ergebnis? Für die 5000 Besucher in der gut zur Hälfte gefüllten Halle 6 der Messe Düsseldorf, die artig klatschten, sicher. Und für Kenner der Szene erst Recht. Bei den letzten fünf Punkten für Fan Zhendong und Xu Xin im fünften Satz patzte der Weltranglisten-Erste Mal Long gleich viermal. Dass Boll überhaupt an der Seite von Ma Long antreten durfte, hatte er dem Entgegenkommen der Chinesen zu verdanken. Vielmehr ihrer Einsicht, dass ihre Kunst auf Dauer langweilig wird, wenn sie nicht andere Nationen an ihr teilhaben lassen. Seit einigen Jahren laden sie Spieler anderer Nationen ein, in ihren Doppeln mitzumischen.

In diesen Genuss kam der Odenwälder, der seit vielen Jahren ins „Reich der Mitte“ reist, um in der Bundesliga-Sommerpause dort am Liga-Spielbetrieb teilzunehmen, am Rhein zum zweiten Mal. Vor zwei Jahren in Suzhou war das noch eine Sensation, die nur eine Runde überstand. Danach trafen sie auf das chinesische Spitzendoppel Xu Xin und Zhang Jike, das sie knapp besiegte und Weltmeister wurde.

Mehr von Westdeutsche Zeitung