Borussia ringt Saarbrücken nieder

Borussia ringt Saarbrücken nieder

Durch das 3:2 im zweiten Play-off-Halbfinale stehen Boll und Co. zum fünften Mal in Folge im Endspiel der Bundesliga.

Es war ein langer TischtennisNachmittag an der Ernst-Poensgen-Allee. Doch nach rund vier Stunden, in denen es phasenweise sogar nach einem dritten Play-off-Halbfinalspiel aussah, jubelten die Gastgeber. Borussia Düsseldorf steht zum fünften Mal in Folge im Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Nach dem 3:1 im ersten Halbfinale gewann das Team von Trainer Danny Heister gestern in heimischer Halle mit 3:2 gegen den 1. FC Saarbrücken und trifft somit am 26. Mai in Frankfurt am Main auf die TTF Ochsenhausen.

„Saarbrücken hat sehr stark gespielt und hätte den Sieg auch verdient gehabt. Zum Glück haben wir am Ende die entscheidenden Punkte gemacht. Darüber sind wir sehr froh, da es in einem dritten Spiel in jede Richtung laufen kann“, sagte Timo Boll.

Im Duell der Routiniers ließ sich Boll trotz Verlusts des dritten Durchgangs nicht aus der Ruhe bringen und brachte seine Farben durch einen 3:1-Auftaktsieg gegen Bojan Tokic in Führung. Anschließend brannten Kristian Karlsson und der Ex-Borusse ein wahres Feuerwerk ab. Hohes Tempo und zahlreiche packende Ballwechsel bestimmten die fünf Sätze, die die 900 Zuschauer im Center Court verzückten. Nur eine Beobachterin hatte es schwer, Partei zu ergreifen - Frida Karlsson, die Schwester des Borussia-Spielers, die mit dessen Kontrahent liiert ist, drückte beiden Profis die Daumen. Der deutsche Nationalspieler machte in der hochklassigen Begegnung gegen seinen schwedischen Freund einen 1:2-Rückstand wett und behielt im entscheidenden Durchgang mit 14:12 die Oberhand.

Nach der 15-minutigen Pause zwischen Einzel zwei und drei trat Stefan Fegerl in die Box. Der Österreicher, der vor einer Woche der große Held im Champions-League-Halbfinale gegen Ochsenhausen gewesen war, konnte aber nicht an seine glanzvollen Vorstellungen von zuletzt anknüpfen und unterlag Tiago Apolonia mit 1:3.

Also musste mal wieder Timo Boll her, um die Borussia angesichts des 1:2-Zwischenstands im Spiel zu halten. Gegen Franziska bestritt der 37-Jährige sein 400. Spiel im Trikot der Düsseldorfer — und ging zum 350. Mal als Sieger vom Tisch. Allerdings benötigte Boll gegen den stark spielenden Franziska fünf Sätze und wirkte in einigen Phasen unkonzentriert. Trotzdem hatte „Mister Zuverlässig“ seinen zweiten Punkt geholt — nun lag es an Karlsson im Duell mit Tokic für die Entscheidung zu sorgen. Und das gelang. Wieder in fünf Sätzen, wieder nach großem Kampf.

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