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Tischtennis: Borussia mit einem Bein im Finale

Tischtennis : Borussia mit einem Bein im Finale

Hinspiel im Play-off-Halbfinale der Bundesliga gegen Fulda-Maberzell wird mit 3:0 gewonnen.

Düsseldorf. Drei Einzel, drei Siege, kein Satzverlust. Es war ein Tischtennis-Nachmittag, der aus Sicht der Borussia wie gemalt war. Auf die Frage, was Trainer Danny Heister im Vorfeld geantwortet hätte, wenn ihm jemand ein 3:0-Ergebnis prophezeit hätte, sagte der Niederländer: „Könnte passieren“ - und hatte die Lacher auf seiner Seite. Das 3:0 im Hinspiel des Play-off-Halbfinals der Bundesliga war die Wiederentdeckung der lange vermissten und bei den Gegnern gefürchteten Dominanz der Borussia, die dem TTC Fulda-Maberzell wie so oft in den vergangenen Jahren in einem wichtigen Spiel klar die Grenzen aufzeigte.

„Es war eine Wahnsinns-Leistung“, jubelte Heister. Im Rückspiel in drei Wochen reicht dem Titelverteidiger damit ein einziger Satzgewinn, um das Finale am 22. Mai in Frankfurt erreichen. Die Gäste wollten vor dem Spielbeginn ein wenig mit ihrer Aufstellung überraschen. Jonathan Groth wurde von Trainer Qing Yu Meng für das Auftakteinzel gegen Timo Boll nominiert. Die Hessen wollten so offenbar zumindest in einem Duell mit Boll einen Offensivspieler aufbieten und der Düsseldorfer Nummer Eins nicht zweimal einen Abwehrspieler gegenüberstellen. Doch mehr Überraschendes als die Aufstellung hatte der Vorrunden-Primus dann nicht zu bieten. Boll gewann gegen den Dänen in drei Sätzen und feierte in seinem 14. Bundesligaeinsatz dieser Saison den 13. Erfolg. Die schlechte Nachricht für die potenziellen Final-Gegner Saarbrücken und Ochsenhausen ist zudem, dass Bolls Form im Mai noch deutlich besser sein dürfte.

Im zweiten Einzel des Nachmittags entzauberte Patrick Franziska Fuldas Abwehrspieler Wang Xi ebenfalls in drei Durchgängen und begeisterte die 900 Zuschauer im Tischtennis-Zentrum mit einer seiner besten Saisonleistungen. Der 23-Jährige dominierte nach Belieben, kam mit Vor- und Rückhand zu zahlreichen direkten Punktgewinnen und konnte sich nach dem spektakulärsten Ballwechsel im dritten Satz, den er mit mehreren Zauberschlägen für sich entschied, ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen.

„Ich kenne Wang Xi aus meiner Zeit in Fulda. Im Pokal hab ich gegen ihn zuletzt verloren. Heute hab ich in meinem Spiel einiges verändert. Nach diesem einen Ballwechsel haben alle hinter der Bande gelacht, da musste ich auch ein bisschen lachen“, sagte Franziska. Auch Nationalspieler Ruwen Filus konnte die Ausgangslage für die bemitleidenswerten Hessen nach der Pause nicht mehr retten. Kamal Achanta wollte seinen Teamkollegen in nichts nachstehen und sorgte mit einer souveränen Vorstellung für die bestmögliche aller Ausgangspositionen. „Wenn Groth das erste Spiel gewinnt, läuft das Spiel vielleicht anders. Aber heute war es einfach perfekt“, sagte Heister.