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Borussia-Manager Preuß: „Ein Pokalfinale ist wie ein Festessen“

Borussia-Manager Preuß: „Ein Pokalfinale ist wie ein Festessen“

Andreas Preuß, Manager der Borussia, blickt auf das Finalturnier in Fulda am Wochenende und warnt vor Leichtigkeit.

Borussia kann am Wochenende Tischtennis-Pokalsieger werden, es wäre der 63. Titel der Vereinsgeschichte. Abnutzungserscheinungen? Erfolgsverwöhnt oder zu sehr dran gewöhnt? Gilt nicht für Manager Andreas Preuß, der nach eigener Aussage bei rund 40 dieser Titel in verschiedenen Funktionen mitwirkte.

Herr Preuß, es könnte der 63. Titel werden. Wird der Erfolg zur Gewöhnungssache für Sie?

Andreas Preuß: Gewöhnung gibt es nie. Wir wollen unseren Erfolg immer wieder bestätigen. Da können wir uns ganz an Bayern München orientieren: Die führen trotz der Erfolge in jedem Fußballspiel einen Tanz auf, als wenn es das erste Mal wäre. Ein Pokalfinale ist immer wie ein Festessen an einem feierlich gedeckten Tisch. Das ist auch immer von Neuem schön. Außerdem haben wir nach unserem Umbruch im Sommer zwei neue Akteure im Team — Panagiotis Gionis hat zum Beispiel noch keinen Titel mit einem Club gewonnen, so viel ich weiß.

Die Borussia ist so hoch favorisiert wie selten, hat zuletzt 16 Pflichtspiele in Serie gewonnen.

Preuß: Erreicht haben wir aber noch nichts. Drei weitere Siege brauchen wir für den Titel, denn nur der zählt für uns. Das wird eine gefährliche Stressprobe an nur zwei Tagen. In Ochsenhausen und Grenzau waren unsere Siege zuletzt knapp, trotz unserer aktuellen Bestbesetzung. Wir sind stark genug, aber das müssen wir auch umsetzen.

Worin besteht am Wochenende die größte Herausforderung?

Preuß: Wenn wir uns eine schlechte Stunde erlauben, wächst der Druck sofort gigantisch. Als Favorit müssen wir punktgenau zur Stelle und topfit sein. Darauf bereiten wir uns seit einigen Tagen schon gemeinsam vor. Unsere Vorzeichen sind gut, und dem stellen wir uns auch. Unseren aktuellen Lauf müssen wir jetzt bestätigen.

Daher wird Timo Boll in allen drei möglichen Begegnungen wieder spielen, wie so oft in letzter Zeit durch die Verletzung von Patrick Franziska. Wie knapp wird es mit seinen vertraglich begrenzten Einsätzen?

Preuß: Das Pokal-Wochenende wird als ein Einsatz gezählt. Wir setzen ihn so lange ein, wie es nötig ist. Sollten wir im Champions-League-Viertelfinale an Pontoise scheitern, würde er sogar die komplette Rest-Bundesligasaison für uns absolvieren. In den vergangenen Jahren hat er ein oder zwei Mal weniger gespielt als vereinbart, da haben wir auch nicht so genau drauf geschaut.

Der Pokalsieg sollte sich auch lohnen: Um wie viel Geld geht es denn am Wochenende?

Preuß: Rechnet man Prämien des Veranstalters und unserer Sponsoren zusammen, geht es um knapp 20 000 Euro für uns. Das ist eine vergleichsweise kleine Summe bei dem Aufwand, aber das tut uns gut.

Dazu gibt es im Erfolgsfall die 63. Trophäe der Vereinsgeschichte. Wo lagern Sie denn die ganzen Pokale?

Preuß: So viele stehen gar nicht bei uns im Tischtenniszentrum. Die meisten sind Wanderpokale, da kriegen wir nicht jedes Mal einen neuen. Wir haben auch nur einen Europapokal hier in der Vitrine stehen, obwohl wir den schon diverse Male geholt haben.