Tischtennis: Achanta weint vor Glück

Der Inder wurde für Borussia neben Timo Boll zum umjubelten Matchwinner.

Düsseldorf. In die Getränke bei Borussias Siegerparty mischte sich ein großer Schluck Erleichterung: Denn der Favorit war im Endspiel um den deutschen Tischtennis-Pokal ordentlich ins Wanken geraten. Ausgerechnet der Ex-Kollege Christian Süß schien den Borussen auf dem Weg zum 23. Pokalsieg der Vereinsgeschichte ein Bein zu stellen. Der im Sommer zum TTC Fulda gewechselte Süß siegte in fünf Sätzen gegen Panagiotis Gionis und brachte sein Team mit 2:1 in Führung. „Wir mussten uns auf nationaler Ebene schon lange nicht mehr so strecken“, sagte Borussia-Trainer Danny Heister, dessen Team in dieser Saison ungeschlagen ist.

Der Hexenkessel brodelte, als Christian Süß nach 3:7-Rückstand im letzten Satz eine fulminante Aufholjagd startete und doch noch gewinnen konnte. Denn schließlich hatte Ausrichter Fulda in der Esperantohalle Heimvorteil. Ein Großteil der 2800 Zuschauer war völlig außer sich. Doch die Freude hielt nicht lange an, denn Timo Boll und Kamal Achanta behielten kühlen Kopf und sorgten mit ihren Siegen für das 3:2 und damit für den dritten Pokalsieg der Borussia in Serie.

Geschäftsführer Jo Pörsch und Manager Andreas Preuß tanzten mit den Spielern sowie Trainer Danny Heister im Kreis. Bei der anschließenden Siegerehrung durfte auch die obligatorische Sektdusche nicht fehlen. Vorrangig traf es Timo Boll, der sich anschließend erst einmal ein neues, trockenes Trikot bringen lassen musste. „Das war ein harter Kampf, denn Fulda hat sich in einer sehr guten Form präsentiert“, sagte Boll.

Ausgerechnet der Spitzenspieler, der sich am Freitag einen Hexenschuss zugezogen hatte und nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, wurde im Endspiel mit zwei souveränen Siegen zum gefeierten Matchwinner. Diese Rolle musste er sich indes mit Kamal Achanta teilen. Der Inder gewann das alles entscheidende Spiel gegen Ruwen Filus in 3:0 Sätzen: „Das war das erste Mal, dass ich das entscheidende Spiel in einem Finale für die Borussia gemacht habe und wir dadurch einen Titel gewinnen. Als die Mannschaft in die Box stürmte und mich alle umarmten, hatte ich Tränen in den Augen.“

Für Manager Preuß war es der perfekte Jahresabschluss: „Wir haben in dieser Saison noch kein Spiel verloren. Es wäre besonders bitter für uns gewesen, wenn wir nach dieser tollen Bilanz ausgerechnet im Finale unsere erste Niederlage kassiert hätten.“ Zur Erleichterung kam dann auch noch Stolz: „Einer springt für den anderen ein, wenn es mal nicht läuft. Das zeit eine tolle Moral.“