Ein schwarzer Tag für Borussia

Nach dem 0:3 im Halbfinal-Hinspiel in Saarbrücken ist das Finale in der Bundesliga für Boll & Co. fast unerreichbar geworden.

Düsseldorf. Vorbehaltlich eines weiteren „Wunders vom Staufenplatz“ findet das Play-off-Finale in der Bundesliga ohne Düsseldorfer Beteiligung statt. Im Halbfinal-Hinspiel erwischte die Borussia einen rabenschwarzen Tag und unterlag beim 1. FC Saarbrücken glatt mit 0:3. „Realistisch betrachtet sind wir raus“, sagte Trainer Danny Heister. „Dieses Ergebnis nächste Woche aufzuholen ist zwar theoretisch möglich, dafür brauchen wir aber ein Tischtennis-Wunder.“

Vor 600 Zuschauern in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken stieg zunächst Patrick Franziska gegen Spitzenspieler Tiago Apolonia in die Box. Trotz Führungen in mehreren Sätzen unterlag Franziska dem Weltranglisten-20. Aus Portugal nach guter Leistung in fünf Sätzen.

Wie wichtig ein Erfolg von Borussias Nummer Zwei hätte werden können, zeigte sich im weiteren Verlauf des Abends. Denn im zweiten Spiel folgte die größte Überraschung. Timo Boll verlor mit 1:3-Sätzen gegen Bojan Tokic und musste damit seine erst zweite Liga-Niederlage in dieser Saison einstecken. „Ich habe in meinem Spiel im ersten Satz viele einfache Fehler gemacht und war dann etwas verunsichert. Tokic hat allerdings sehr stark gespielt und mich damit immer wieder überrascht“, sagte Boll.

Im dritten Spiel ruhten die Hoffnungen auf Panagiotis Gionis, der den Rekordmeister mit einem Sieg zumindest in ein viertes Einzel bringen sollte. Doch gegen Adrien Mattenet fand der Abwehrspezialist nie in seinen Rhythmus und musste sich nach vier Sätzen geschlagen geben. Ein wenig Hoffnung keimte nach dem Gewinn des dritten Durchganges auf, doch in der Folge unterliefen dem Griechen wieder zu viele Fehler. „Vielleicht war der Druck bei 0:2 heute etwas zu groß für mich. Nach dem verlorenen ersten Satz fehlte mir Selbstvertrauen“, sagte Gionis.

Bereits in der Hauptrunde hatte die Borussia im Saarland verloren und dort beim 2:3 ihre einzige Niederlage der Bundesligasaison hinnehmen müssen. Im Februar war das Heister-Team allerdings ohne Timo Boll angetreten. „Wir sind total schockiert. Mit so einem Ergebnis haben wir nicht gerechnet“, sagte der Weltranglisten-Siebte und fasste damit die Stimmungslage unter den Spielern zusammen.

Auch bei Andreas Preuß war die Enttäuschung spürbar. „Wir haben verdient verloren, aber das Ergebnis ist eindeutig zu hoch ausgefallen. Bei diesem Spielsystem sind wir von Timo abhängig. Gegen ihn ist Saarbrücken heute das Break gelungen. Wir haben jetzt nur noch eine Mini-Chance ins Endspiel einzuziehen“, sagte der Manager und blickte auf das Rückspiel am kommenden Sonntag (15 Uhr).

Dort müsste der Rekordmeister dann seinerseits mit 3:0 gewinnen und dabei auch das Satzverhältnis von 4:9 ausgleichen. Es wäre nicht das erste Tischtennis-Wunder auf dem Center Court am Staufenplatz. Doch realistisch gesehen, ist der Traum von Triple in dieser Saison seit Samstagabend ausgeträumt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung