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Borussia Düsseldorf: Als Außenseiter nach Frankreich

Borussia Düsseldorf : Als Außenseiter nach Frankreich

Borussias Tischtennis-Profis müssen in Pontoise mindestens mit 3:1 gewinnen, um das Champions-League-Halbfinale zu erreichen.

Düsseldorf. Die Koffer sind gepackt. Aber wenn es nach den Tischtennis-Profis von Borussia Düsseldorf geht, sind sie dies nur im wörtlichen Sinne — und nicht zum letzten Mal in dieser Champions-League-Saison. Am Freitagabend (20 Uhr) soll bei AS Pontoise Cergy wieder einmal ein kleines Tischtennis-Wunder her, wenn Timo Boll und Co. zum Viertelfinal-Rückspiel in der Königsklasse antreten. „Wir haben uns noch nicht aufgegeben“, sagt Rekordeuropameister Boll mit Blick auf die 2:3-Hinspielniederlage die die Borussia mit im Gepäck hat.

„Wir fahren nicht nach Paris, um uns den Eiffelturm anzuschauen. Die Chance aufs Weiterkommen liegt vermutlich nur bei zehn Prozent, aber noch geht was. Und so lange werden wir alles probieren, alles geben und kämpfen“, erklärt auch Manager Andreas Preuß.

Es klingt so ein bisschen wie vor genau einem Jahr, als die Borussia ein 1:3 im Rückspiel wettmachte und ins Halbfinale der Champions League einzog. Auch 2015 war der Gegner Pontoise. Auch damals sprach vor dem Rückspiel nicht mehr viel für ein Weiterkommen. Nun muss wieder mindestens ein 3:1 her, denn ein 3:2-Erfolg dürfte angesichts des Satzverhältnisses von 6:12 aus dem Hinspiel wohl kaum reichen, um die Mannschaft um Marcos Freitas noch auszuschalten.

„Marcos zu schlagen ist momentan schwierig, da wir uns formtechnisch stark steigern müssen. Aber das wird der Schlüssel zum Sieg sein“, sagt Boll, der ebenso wie Patrick Franziska im Hinspiel gegen den bärenstarken Portugiesen mit 0:3 in den Sätzen verloren hatte. Wer hinter Boll in Frankreich als Nummer Zwei an die Platte tritt, dürfte bis kurz vor Spielbeginn das Geheimnis von Trainer Heister bleiben. Franziska wurde am vergangenen Sonntag im Bundesligaspiel gegen Bremen geschont, Panagiotis Gionis hingegen, der im Hinspiel nicht eingesetzt wurde, überzeugte zuletzt mit einem Sieg über Bastian Steger.

Und dann ist da noch ein Kandidat, der in jedem Fall auch in der kommenden Saison das Trikot der Borussia tragen wird — Kamal Achanta. Der Inder hat seinen Vertrag beim Rekordmeister um ein Jahr verlängert und ist nach stabilen Leistungen zuletzt ebenfalls eine Option für Heister. „Es gibt viele gute Gründe, bei der Borussia zu bleiben. Ich fühle mich rundum wohl hier“, sagt Achanta, der als einziger Borusse neben Timo Boll im ersten Duell gegen Pontoise punkten konnte.

Der Rückweg aus Frankreich wird den Borussia-Tross am Sonntag über Saarbrücken führen, wo es in der Bundesliga wieder um wichtige Punkte für die Play-off-Qualifikation geht. „Saarbrücken steht derzeit zurecht auf dem ersten Tabellenplatz“, sagt Preuß. „Die Mannschaft hat in dieser Saison eine konstante Leistung gezeigt und mit Tiago Apolonia einen echten Spitzenspieler.“ Sollte die Tabellenkonstellation am Ende der Rückrunde so sein, wie sie es aktuell ist — mit der Borussia auf Rang vier — wäre das Duell am Sonntag bereits eine Generalprobe für das Play-off-Halbfinale.