Leichtathletik Düsseldorf feiert Lita Baehre

Düsseldorf · Der Stabhochspringer bestreitet am Sonntag beim Istaf den ersten Wettkampf nach der Rückkehr zu seinem Heimatverein ART. Außerdem ist es für den gebürtigen Düsseldorfer das Comeback nach langer Verletzungspause. Er bringt seinen eigenen Fanklub mit.

 Bo Kanda Lita Baehre im Februar 2023 im Trikot des TSV Bayer 04.

Bo Kanda Lita Baehre im Februar 2023 im Trikot des TSV Bayer 04.

Foto: dpa/Gladys Chai von der Laage

Düsseldorfs Leichtathletik-Fans freuen sich auf die Rückkehr von Bo Kanda Lita Baehre. Der 24-Jährige startet am Sonntag bei der Istaf Indoor im Rather Dom. Mit Spannung wird der Auftritt des gebürtigen Düsseldorfers erwartet, der erstmals nach seiner Rückkehr wieder das Trikot seines Heimatvereins ART Düsseldorf tragen wird. Der Stabhochspringer gehört zu den großen Attraktionen der Veranstaltung, für die sich einige Weltstars angekündigt haben.

Auch für den im Stadtteil Flingern groß gewordenen Athleten selbst ist der Start in seiner Heimatstadt etwas ganz Besonderes. Aus mehreren Gründen. Zum einen ist es für den amtierenden Deutschen Meister und Zweiten der Europameisterschaft nach langer Verletzungspause die sehnlichst erwartete Rückkehr auf die große Leichtathletik-Bühne. Mehr als sechs Monate hatte er wegen seiner Meniskus-Verletzung pausieren müssen. Zum anderen geht sein Comeback eben ausgerechnet in seiner Heimatstadt über die Bühne. „Mein Comeback in Düsseldorf beim Istaf feiern zu können, ist sehr cool, zumal es auch der erste Start für meinen neuen Verein sein wird. Ich freue mich riesig“, sagt Lita Baehre am Freitag.

Im Juli 2023 war der 24-Jährige beim Diamond-League-Meeting in Monaco bei einem Sprung in den Einstichkasten gestürzt. Es folgte eine Meniskus-Operation und eine intensive Reha in Düsseldorf. Seit November 2023 hat der 1,93 Meter große Athlet im südafrikanischen Stellenbosch unter seinem Coach Chauncey Johnson (der auch Trainer von Tim Lobinger und Raphael Holzdeppe war) mit großem Ehrgeiz an seiner Rückkehr geschuftet. „Natürlich kommen private Dinge gerade zu kurz. Aber die Entscheidung, nach Südafrika zu gehen, war hundertprozentig richtig“, sagt Lita Baehre, dessen Ziel die Olympischen Spiele in Paris sind. „Chauncey und ich verstehen uns gut. Wir können im Trainingslager in Südafrika an vielen Stellschrauben drehen.“

Nun hofft Lita Baehre, dass er in diesem Jahr an seine großen Erfolge anknüfen kann. In Düsseldorf gibt es dafür eine erste Nagelprobe. Einen besseren Ort kann er sich dafür gar nicht vorstellen. „Als gebürtiger Düsseldorfer hängt mein Herz an meiner Heimatstadt. Es ist ein großartiges Gefühl, wieder dorthin zurückzukehren, wo mein sportlicher Weg begonnen hat“, sagt er. Im Düsseldorfer Stadtteil Flingern war er groß geworden, hatte die Montessori-Grundschule und das Lessing-Gymnasium an der Ellerstraße besucht. Seine sportliche Laufbahn begann Lita Baehre zunächst als Basketballer beim ART. Dort wurde aber schnell sein Talent als Leichtathlet sichtbar. 2016 wechselte er als 17-Jähriger schließlich zu den Leichtathleten des TSV Bayer 04 nach Leverkusen und machte eine steile Karriere. 2018 wurde er Deutschlands Jugendsportler des Jahres. Er gewann mehrere Deutsche Junioren-Meisterschaften, wurde fünfmal Deutscher Meister und dreimal Deutscher Hallenmeister. Seine beste internationale Platzierung erzielte er am 1. Oktober 2019 mit einem vierten Platz und übersprungenen 5,70 Metern bei der Weltmeisterschaft 2019 in Doha und mit 5,85 Meter bei der Europameisterschaft 2022 in München. 2021 belegte Lita Baehre bei den Olympischen Spielen in Tokio mit 5,70 Meter den elften Platz. Ein Jahr später übersprang er bei den Europameisterschaften eine Höhe von 5,85 Meter und gewann mit Silber seine erste internationale Medaille bei den Senioren. Seine persönliche Bestleistungen liegen bei 5,90 Meter (aufgestellt am 25. Juni 2022 in Berlin) und in der Halle bei 5,70 Meter (10. Februar 2019 in Chemnitz).

Beim Istaf trifft Lita Baehre am Sonntag auf Weltklasse-Konkurrenz: Der zweimalige Weltmeister Sam Kendricks (USA) ist ebenso dabei wie der polnische Sechs-Meter-Springer Piotr Lisek, der Olympia-Vierte Emmanouil Karalis aus Griechenland und sein ehemaliger Leverkusener Teamkollege Torben Blech, der wie Bo Kanda Lita Baehre von einem eigenen „Fan-Klub“ in Düsseldorf unterstützt wird.

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