Beachvolleyballerin Karla Borger: „Hätte gern in Düsseldorf gespielt“

Beachvolleyball : Karla Borger: „Ich hätte gerne hier in Düsseldorf gespielt“

Die 30-Jährige gehört zum Stockheim Team Düsseldorf für Tokio 2020. Ihr „Heimspiel“ am Wochenende verpasst sie aber.

Was für ein Wochenende für die Düsseldorfer Beachvolleyballer: Zum Auftakt der Techniker-Beach-Tour in Münster gab es gleich zwei Doppelsiege für Sportler der DJK TuSA. David und Bennet Poniewaz gewannen bei den Herren im Endspiel gegen Alexander Walkenhorst und Sven Winter. Bei den Damen setzte sich Karla Borger mit Julia Sude gegen ihre Vereinskolleginnen Stefanie Hüttermann und Anja Hoja durch. Wir haben dem Mitglied des Stockheim Team Düsseldorf gesprochen.

Frau Borger, herzlichen Glückwunsch. Ein gutes Wochenende, oder?

Karla Borger: Wir können uns nicht beklagen (lacht). Wir hätten ohnehin das Wochenende durchtrainiert. So war es für uns aber noch schöner, dass wir das Training quasi im Wettkampf mit Publikum und Schiedsrichtern durchziehen konnten. Es war ein geiles Wochenende, für uns und auch für Düsseldorf. Jeweils die ersten beiden Plätze für TuSA. Da haben wir uns oben auf dem Podest echt angeschaut und gelacht.

Haben Sie mit dem Sieg gerechnet?

Borger: Spielerisch gehörten wir sicher zu den Favoriten. Wir hatten uns vorher gute Chancen auf eine Medaille ausgerechnet. Man darf die Gegner aber nicht unterschätzen. Viele Teams haben gegen uns keinen Druck, können volles Risiko fahren und uns zum Beispiel mit Aufschlägen bombardieren. Diesem Druck muss man dann Stand halten, und so war es sehr cool, dass wir das Turnier gewonnen haben.

Wie haben Sie Ihre neue Partnerin Julia Sude gefunden?

Borger: Ich hatte mich von meiner alten Partnerin getrennt, weil sie überlegt hatte, mit jemand anderem zusammen zu spielen. Das war für mich keine Basis, mit der wir hätten weiter arbeiten können. Also habe ich den Entschluss gezogen und eine neue Partnerin gesucht. Für mich kam dann nur Juli in Frage. Wir leben beide in Stuttgart, wohnen nah beieinander und kennen uns seit der Kindheit. Ich wusste worauf ich mich einlasse. Juli ist eine geniale Blockspielerin, die Beste, die wir in Deutschland haben.

Sie leben in Stuttgart, spielen aber für Düsseldorf?

Borger: Ich hatte viel Gutes über Düsseldorf gehört. Düsseldorf macht auf Nachwuchsebene einen richtig guten Job und da ist die Unterstützung für alle Sportler da. Mir geht es nicht darum, wo der Verein ist, sondern darum, dass der Verein für etwas steht. Das ist in Düsseldorf der Fall.

Auch das WM-Ticket haben Sie schon in der Tasche. . .

Borger: Das ist sehr wichtig. Zum einen, weil es um wichtige Punkte für die Olympia-Quali geht. Aber es wird einfach cool sein, da zu spielen, weil die WM in Deutschland stattfindet. Und das macht Spaß.

Am Wochenende beim Heimspiel in Düsseldorf können Sie aber nicht dabei sein, richtig?

Borger: Für mich ist das mega ärgerlich, dass Düsseldorf nicht an einem anderen Wochenende liegt. Ich hätte gerne hier gespielt, aber das war einfach nicht drin. Wir fliegen am Sonntag nach China. Da findet nächste Woche ein Turnier statt und wegen Jetlag und Training vor Ort müssen wir schon früh da sein. Das ließ sich nicht anders organisieren.

Sie sind Mitglied im Stockheim Team Düsseldorf. Wie stehen die Chancen auf die Olympischen Spiele 2020?

Borger: Ich habe richtig Lust auf Tokio. Ich habe mein ganzes Leben auf den Sport ausgerichtet. Das macht zwar auch Spaß, aber ich habe keinen Bock, soviel zu investieren, um dann während Olympia auf der Couch zu sitzen und die Spiele nur im Fernsehen zu schauen. Das ist meine Motivation. Wenn ich da so viel rein stecke, dann will ich bei Olympia auch dabei sein.

Mehr von Westdeutsche Zeitung