Beachsoccer: Die Beach Royals Düsseldorf richten Spieltag am U-See aus

Beachsoccer : Marcel Nowak: „Die Sportart wächst und wird populärer“

Der 24-Jährige und sein Team Beach Royals spielen in der Deutschen Beachsoccer-Liga. Im Interview spricht er über die Popularität und den Reiz seines Sports, die Nationalmannschaft und den Heimspieltag am Wochenende.

Gespielt wird mit vier Feldspielern und einem Torwart über drei Abschnitte, die jeweils zwölf Minuten dauern. Spektakuläre Szenen und viele Tore sind beim Beachsoccer garantiert. Am Wochenende (Samstag, ab 10 Uhr, und Sonntag, ab 9 Uhr) findet der vorletzte Bundesliga-Spieltag der Saison am Unterbacher See statt. Ausgerichtet wird er von den Beach Royals Düsseldorf. Wir sprachen vorab mit dem 24 Jahre alten Nationalspieler Marcel Nowak.

Herr Nowak, wie wichtig ist dieser Heimspieltag für die Beach Royals und wie groß ist bei Ihnen und den Teamkollegen die Vorfreude?

Marcel Nowak: Aus sportlicher Sicht ist der Spieltag natürlich immens wichtig für uns. Mit 22 Punkten liegen wir auf Platz drei der Tabelle und damit aktuell voll im Soll. Die ersten Vier fahren zum Final Four nach Warnemünde. Da wollen wir unbedingt hin. Und dass wir den Spieltag am Unterbacher See ausrichten können, hat für uns vor allem den Vorteil, keine Reisekosten zu haben. Der abschließende Spieltag in der nächsten Woche findet ja ebenfalls bei uns statt.

Wie ist das möglich?

Nowak: Der Deutsche Fußball-Bund, unter dessen Dach die Deutsche Beachsoccer-Liga seit einigen Jahren ausgetragen wird, schreibt die Spieltage aus. Die Rostocker Robben oder die Bavaria Beach Bazis richten solche Spieltage immer gerne aus. Andere Klubs haben nicht die optimalen Voraussetzungen dafür und sind dann auch nicht böse, wenn sie nicht dazu verpflichtet werden, sich für die Austragung zu bewerben. Wir haben diese Möglichkeit und nutzen sie gerne.

Sie haben eben die Reisekosten erwähnt. Wie sehen die finanziellen Rahmenbedingungen in der höchsten Spielklasse denn aus? Gibt es Preisgelder?

Nowak: Einen Spieltag auszurichten, geht nur mit Hilfe von Sponsoren. Wir bekommen beispielsweise auch einen Neunsitzer für die Auswärtsfahrten gestellt. Aber Preisgelder gibt es in der Beachsoccer-Liga nicht. Wenn sich deine Mannschaft für das Final Four qualifiziert, übernimmt der DFB aber die Kosten dafür.

Wie lässt sich die Popularität von Beachsoccer Ihrer Meinung steigern, damit sich das künftig ändern könnte?

Nowak: Insgesamt ist zu beobachten, dass die Sportart wächst und populärer wird. Tatsächlich aber bekommt der Beachsoccer noch längst nicht die Aufmerksamkeit, die er meiner Meinung verdient hätte. Und das sage ich nicht nur, weil ich es selbst betreibe. Ich habe früher Futsal gespielt, bis mich Beachsoccer vor vier, fünf Jahren so richtig gepackt hat. Es passiert immer etwas. Standardsituationen müssen aufgrund einer Vier-Sekunden-Regel schnell ausgeführt werden, es gibt spektakuläre Tore per Fallrückzieher und die Spiele gehen, anders als häufig beim klassischen Fußball, nicht 0:0 aus. Meine Freundin beispielsweise findet Fußball langweilig, aber Beachsoccer findet sie gut. Um die Popularität zu steigern, brauchen wir mehr mediale Aufmerksamkeit. Das klingt einfach, aber ist nicht so leicht umsetzbar, obwohl viel Potenzial drin steckt. Jetzt hoffen wir erst einmal darauf, dass wir am Wochenende bei unserem Heimspieltag viele Zuschauer begrüßen dürfen.

Gibt es eigentlich viele Beachsoccer-Spieler, die aus dem klassichen Fußball kommen?

Nowak: Eine ganze Reihe spielen tatsächlich nur Beachsoccer — so wie ich. Es ist aber unterschiedlich. In Nicolas Bella haben wir aktuell den Kapitän der Nationalmannschaft Uruguays im Team. Im Sommer spielt er hier, im Winter dann in seiner Heimat. Er lebt vom Beachsoccer, in Südamerika ist das möglich. Unser Torhüter Marius Ebener ist aber auch im klassischen Fußball aktiv. Er spielt in der Oberliga.

Sie selbst sind auch Nationalspieler und haben kürzlich die WM-Qualifikation gespielt. . .

Nowak: So ist es. Marius Ebener, Joscha Metzler und ich waren in Moskau dabei. Im Achtelfinale haben wir leider mit 2:3 nach Verlängerung gegen Polen verloren und damit die WM in Paraguay verpasst.

Welche Nationen sind denn die dominierenden im Beachsoccer und wo liegt Deutschland im Vergleich?

Nowak: Nicht ganz so überraschend ist da vor allem Brasilien zu nennen. Die haben in den vergangenen beiden Jahren nur ein Spiel verloren — und das im Neunmeterschießen. Auf europäischer Ebene gehören Russland, Italien und Portugal zu den Top-Mannschaften. Wir haben da noch ein bisschen was aufzuholen.

Wie viel Zeit investieren Sie denn neben Ihrem Beruf in den Sport?

Nowak: Von April bis September trainieren wir drei Mal pro Woche. Aber wir versuchen, das ganze Jahr über draußen zu spielen. Die Heimanlage am Unterbacher See kommt uns da natürlich entgegen. Wenn der Sand im Winter zu kalt ist, tragen wir Neopren-Socken. Die sind zwar etwas abträglich in Sachen Ballgefühl, aber sie halten die Füße für rund zwei Stunden warm.

Zum Abschluss noch einmal zurück zur Aktualität: Was ist in dieser Saison für Ihr Team drin?

Nowak: Sechs Mannschaften haben noch die Chance auf die vier Plätze für das Finalturnier. Dazu gehört auch der Ibbenbürener BSC, gegen den wir am Sonntag spielen werden. Vorher geht es für uns gegen den Wuppertaler SV. Dieses Derby hat auch immer seine Brisanz. Wir haben alles in der eigenen Hand und ich bin zuversichtlich, dass wir uns für Warnemünde qualifizieren. Dort haben die Rostocker Robben, die der Titelverteidiger sind, einen Heimvorteil. Es ist ihr Strand und die sind dort schwer zu schlagen. Aber wir trauen uns das zu, haben gegen die Robben in dieser Saison in München bereits gewonnen. Es ist alles drin.

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