Baskets zwischen Hoffen und Bangen

Baskets zwischen Hoffen und Bangen

Nach der Lizenzverweigerung geht es vor das Schiedsgericht.

Düsseldorf. Cem Karasu war auch zwei Tage nach dem abgeschmetterten Einspruch der Düsseldorf Baskets gegen die Verweigerung der Bundesliga-Lizenz nicht zu beruhigen. „Unsere Anwälte haben nach der ersten Verweigerung alles entkräftet, was es zu entkräften gab“, sagte der Baskets-Gesellschafter, der Trainer Murat Didin bei der Geschäftsführung des Basketball-Zweitligisten unterstützt. In der zweiten Instanz seien drei unterschriebene Sponsorenverträge vorgelegt worden mit einem Volumen von rund 1,2 Millionen Euro — also deutlich über dem geforderten Mindestetat von einer Millionen Euro. Trotzdem teilte die BBL am Dienstagabend mit, dass die erste Entscheidung bestätigt wird, weil „die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ nicht hinreichend belegt worden sei.

In der offiziellen Mitteilung lässt aber der letzte Satz aufhorchen: „Der Vorsitzende des Gremiums, Alexander Reil, war an der Entscheidung nicht beteiligt.“ Das war der Vorsitzende der Neckar Riesen Ludwigsburg in der erstinstanzlichen Verweigerung: Laut WZ-Informationen trägt das Schreiben seine Unterschrift, begründet wurde die Ablehnung sinngemäß, dass „aus den Erfahrungen der Vorjahre“ von den Düsseldorfern bekannt sei, dass Erträge aus Verträgen nicht realisiert werden konnten. Neben dieser Begründung bringt der Abstieg der Ludwigsburger zusätzliche Brisanz ins Spiel: Klubchef Reil wurde bereits mit der ausdrücklichen Hoffnung auf eine „Wildcard“-Bewerbung in Verbindung gebracht, mit der sein Team in der Bundesliga bleiben zu könnte. Diese Möglichkeit gäbe es aber nur, wenn ein sportlicher Aufsteiger nicht hoch darf, wie es derzeit den Baskets droht.

Die BBL-Zentrale in Köln bestätigte, dass Reil bei der ersten Entscheidung „als eine von mehreren Personen“ mitgewirkt hat. Mit dem abschließenden Satz sollte Spekulationen entgegengewirkt werden. Zu allen anderen Aspekten beruft man sich auf die Vertraulichkeit der Informationen rund um das Lizenzierungsverfahren. Karasu und die Baskets sehen in den kommenden vier Wochen der endgültigen Entscheidung des BBL-Schiedsgerichts entgegen: „Irgendwie war es klar, dass es auf diesen Weg hinauslaufen würde.“ m.g.

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