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Baseball: Die Banditen sind wieder heimatlos

Baseball: Die Banditen sind wieder heimatlos

Die Abteilung des ART musste den Flughafenplatz teilweise räumen. Dabei dachten die rund 120 Mitglieder, dass sie auf dem Flughafenplatz eine dauerhafte Heimat gefunden hätten. Rivale Senators bietet eine Kooperation an.

Düsseldorf. Für Marlies Boll wächst sich das langsam zur unendlichen Geschichte aus. Wieder mal sind ihre Bandits heimatlos. "Das war eine 24-Stunden-Aktion, die uns mitten in der Saison erwischt hat. Wir hatten kaum Zeit uns darauf einzustellen." Nach der Fusion der Flug-Gesellschaften Air Berlin und LTU wurde das Gelände an der Flughafenstraße für einen neuen Betriebshof gebraucht.

Dabei dachten die rund 120 Mitglieder, dass sie auf dem Flughafenplatz eine dauerhafte Heimat gefunden hätten. Als der Umbau des Aschenplatzes im Rather Waldstadion zur Leichtathletik-Kampfstätte vor drei Jahren begann, waren die Bandits erstmals heimatlos geworden. Die damals nach langem Ringen gefundene Lösung mit dem Platz an der Flughafenstraße hielt nur zwei Jahre. "Wir wollen endlich eine Fläche finden, wo wir nicht jeden Tag damit rechnen müssen, wieder runterzufliegen", sagt Boll.

ART-Vorstand Adolf Böhr hat ihr dafür genauso Unterstützung zugesagt wie das Sportamt. "Wir haben derzeit einige Gelände im Blick, die geeignet scheinen", sagt Rainer Müller. Die Bandits schlugen selbst ein Gelände im Volksgarten oder am Allwetterbad in Flingern vor.

1991 Gründung des BSC Düsseldorf Bandits

1993 Anschluss an den ART 77/90, Gründung einer zweiten Herrenmannschaft

1994 Jugend- und Frauen-Softball-Mannschaft werden gegründet, Männer steigen in die Landesliga auf

1996 Männer steigen aus der Verbandsliga in die Regionalliga West auf, steigen aber in der Saison 1997 sofort wieder ab

2000 Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte stellen die Bandits Jugend- und Juniorenspieler für die NRW-Auswahl

2004 Männer werden zum vierten Mal Landesliga-Meister und steigen in der Play-off-Runde auf

Vor ein paar Jahren waren es die Senators, die nach dem Weggang der damaligen Bundesliga-Mannschaft am Boden lagen. Auch damals wäre eine Fusion eine logische Lösung gewesen. Jetzt hat sich der Klub im Süden durch das Engagement von Torsten Abels und seiner Mitstreiter erholt, lockt durch perfekte Bedingungen weitere Mitglieder an. Der Stadt ist es - bei aller Liebe zum Sport - jedenfalls kaum zuzumuten, dass sie nach dem Bau der schmucken Anlage an der Südallee für wenige hundert Aktive eine weitere Baseball-Anlage schafft. Da müssen andere Lösungen gefunden werden. Denkbar ist zum Beispiel bei einem Anschluss an die Senators, dass die Softballerinnen unter dem Namen Bandits fortbestehen, die Senators-Frauenmannschaft aufnehmen und mit einem Teil der Jugend auf dem Flughafenplatz bleiben, um den Nachwuchs im Norden abzudecken.