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Auswärtsspiel in der eigenen Halle

Auswärtsspiel in der eigenen Halle

Knapp 1800 Gästefans kommen morgen zum Spiel der DEG gegen Bremerhaven. Es ist ihre Fahrt des Jahres.

Mittlerweile dürfte sich Dan Bakala an seine neue Heimat gewöhnt haben. An Stadt und Land, an Mitspieler und Trainer, an Spielniveau und Fankultur. Als der neue Torwart der Düsseldorfer EG vor nicht ganz drei Wochen zum ersten Mal in der Deutschen Eishockey Liga spielte, war er hinterher mächtig beeindruckt. Nicht zwingend vom Geschehen auf dem Eis, da hat der Kanadier, der zuletzt in Schweden spielte, schon Besseres erlebt, sondern vom Drumherum. „Es war so laut, es war fantastisch“, sagte der 29-Jährige nach dem 3:2-Sieg der DEG über Bremerhaven.

Wie es der Spielplan so will, kommt das Team, das auf den auf so vielen Ebenen seltsam klingenden Namen Fischtown Pinguins hört, morgen um 19 Uhr (WZ-Liveticker) erneut in den Rather Dome. Und dann dürfte es noch um einiges lauter werden als bei Bakalas Debüt. Vor knapp drei Wochen war das nur gegen Ende der Fall, als die DEG aus dem 0:2 ein 3:2 machte. Morgen werden es vor allem die Fans der Gäste sein, die für ordentlich Stimmung sorgen. Knapp 1800 von ihnen haben sich angekündigt — das ist für Eishockey-Verhältnisse fast eine Völkerwanderung. Erst recht für einen eher kleineren Standort wie Bremerhaven, der bei Heimspielen einen Zuschauerschnitt von nur etwas über 4000 hat. Aber das Auswärtsspiel in Düsseldorf ist für die Eishockey-Freunde von der Nordseeküste eben ein ganz besonderes.

So genannte „Allesfahrer“ wie im Fußball — also Fans, die ihrem Team zu jedem Spiel hinterherreisen — gibt es im Eishockey kaum. Dafür ist der Spielplan zu umfangreich. In der Regel ist die Zahl der Gästefans lediglich bei Derbys dreistellig. Deswegen organisiert jede Fanszene ein Mal im Jahr eine größere Tour. Die der DEG reist Ende des Jahres mit einer vierstelligen Zahl nach Berlin.

Die Bremerhavener haben sich für ihre Tour nun zum zweiten Mal das Rheinland ausgesucht. Vergangene Saison waren sie mit 1500 Fans in Köln und erlebten die größte Auswärtsfahrt ihrer Vereinsgeschichte, nun toppen sie die. Denn wer wie die Bremerhaven aus einer Seefahrerstadt kommt, der reist stilecht nach Düsseldorf. Bis Duisburg geht es für 1650 Fans mit mehr als 30 Bussen, dann steigen sie auf ein Schiff und kommen über den Rhein.

Bei der DEG freuen sie sich natürlich über so viele Gäste. Schließlich bringt das Geld in die Kasse und sorgt für „gute Stimmung“, wie Niki Mondt, der Sportliche Leiter, weiß. Lust auf ein akustisches Auswärtsspiel hat er aber nicht und sagt: „Die DEG-Fans werden den Bremerhavenern zeigen, dass trotzdem wir die Stimmung machen.“ Ob er sich da mal nicht vertut.