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Absage im Amateurfußball am Niederrhein

Amateurfußball : Auch bei den Amateuren rollt kein Ball mehr

Der Fußballverband Niederrhein hat den Spielbetrieb in den 13 Kreisen gestoppt. Eine Fortsetzung der Saison ist unwahrscheinlich. Davon könnten manche profitieren.

Abpfiff. Der Coronavirus sorgt nun auch im Amateurfußball für eine längere Spielunterbrechung. In Anbetracht der schnell steigenden Fallzahlen Infizierter hat der Fußballverband Niederrhein (FVN) am Freitagvormittag die Konsequenzen gezogen und bis zum 19. April in sämtlichen 13 Kreisen alle Meisterschafts- und Pokalspiele sowohl im Herren-, Damen,  als auch Jugendbereich abgesagt.

Bei den betroffenen Vereinen stößt der Verband auf breites Verständnis. Allerdings sind die Ansichten, wie mit dem Spielverbot nun umgegangen werden soll, unterschiedlich. „Der Fußball ist derzeit zweitrangig. Die Gesundheit geht vor“, sagt etwa Francisco Carrasco. Der Trainer des Fußball-Oberligisten TuRU achtet mit seinen Schützlingen schon seit geraumer Zeit auf Einhaltung der Hygieneregeln und verzichtet auf Begrüßungen per Handschlag. Doch zum Training möchte er seine Mannschaft weiterhin um sich scharen. „Wir werden das Pensum in der nächsten Zeit herunterschrauben. Aber den Betrieb ganz einstellen können wir nicht“, meint Carrasco, der es noch nicht für ausgeschlossen hält, dass die Saison um wenige Wochen verlängert wird und die nun ausfallenden Partien dann nachgeholt werden.

SC West stellt nun
auch das Training ein

Carrascos Trainerkollege vom SC West, Marcel Bastians, hat einen anderen Blick auf die Dinge: „Wir alle haben die Aufgabe, uns und unsere Mitmenschen, Freunde und Verwandte zu schützen. Daher werden wir den Trainingsbetrieb zunächst einmal bis zum 22. März komplett einstellen“, betont der 37-Jährige. Bastians gab seinen Spielern zudem mit auf den Weg, sich in der Zwischenzeit individuell fit zu halten und auch auf den Gang ins Fitnessstudio oder Joggingläufe in Gruppen zu verzichten. „Wir alle müssen das Risiko einer Ansteckung minimieren. Und dann geht es nicht, dass wir in der Kabine, auf dem Sportplatz oder im Studio schwitzend zusammen kommen“, führt Bastians weiter aus.

Aus Sicht des A-Lizenzinhabers ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Spielpause sogar noch verlängert wird. An eine Fortsetzung der Saison ist dann kaum noch zu bedenken. Was das für den noch um den Aufstieg in die Oberliga spielenden SC West am Ende bedeuten würde, vermag Bastians noch nicht zu beurteilen. „Die ganze Dimension kann man sich noch nicht ausmalen“, sagt der Coach des SCW.

Etwas intensiver mit diesem Szenario hat sich bereits Dirk Leitzbach, der Vorsitzende der Fußballabteilung des DSC 99, befasst. Leitzbach empfiehlt den Verbandsfunktionären, einen Blick auf eine andere Sportart zu werfen: „Eishockey ist für mich hier das große Vorbild. Die Entscheidungsträger haben schnell und konsequent gehandelt und die Saison vorzeitig beendet“, sagt Leitzbach. Nach Ansicht des frisch wiedergewählten Abteilungschefs sollte die Saison 2019/20 nun eingefroren und nicht gewertet werden: „Ich bin dafür, dass es sowohl im Amateur- als auch im Profibereich in dieser Saison weder Auf- noch Absteiger gibt. Nur für die internationalen Wettbewerbe sollte das augenblickliche Tabellenbild herangezogen werden“, meint Leitzbach.

Für seinen Klub hätte die Lösung natürlich auch Charme. Schließlich befindet sich der DSC aktuell noch mitten im Kampf um den Klassenverbleib in der Bezirksliga. Der wäre nun beendet — erfolgreich.