20 000 Kilometer für zwei Medaillen

20 000 Kilometer für zwei Medaillen

Erst holte Jessie Maduka bei der Hallen-DM in Dortmund Silber, dann gewann sie Gold für ihre Uni an der Westküste der USA.

Jessie Maduka ist lange Reisen gewohnt. Seit mehr als drei Jahren verbringt die Düsseldorfer Dreispringerin einen Großteil der Saison im Westen der USA. Maduka studiert und trainiert an der renommierten University of California, Los Angeles (UCLA). Das ist für ihre sportliche Entwicklung Gold wert, findet sie dort doch einige der besten Leichtathletik-Trainer der Welt und kann sich an der großzügig ausgestatteten Universität auf ihren Sport konzentrieren. Doch hin und wieder sorgt das Leben auf zwei Kontinenten für eine gehörige Portion Stress.

Da war erst dieser Tage wieder so, als Maduka knapp 20 000 Kilometer zurücklegte, um an zwei wichtigen Wettkämpfen teilnehmen zu können. Mit Erfolg: Erst gewann die 21-Jährige mit persönlicher Bestweite von 13,81 Meter die Silbermedaille bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund. Dann konnte die ART-Dreispringerin bei den Conference-Meisterschaften der Universitäten der Westküste in Seattle (US-Staat Washington) sogar den Meistertitel feiern.

Trotzdem merkte man ihr im Wettkampf die Reisestrapazen der Tage zuvor an. Nachdem sie zunächst von Los Angeles nach Dortmund und nach dem Wettkampf gleich wieder zurückgeflogen war (jeweils mehr als 9000 Kilometer), ging es von Kalifornien aus direkt Richtung Norden, ins rund 1500 Kilometer entfernte Seattle an der Grenze zu Kanada.

Dort gewann Maduka bereits mit ihren 13,24 Meter aus dem ersten Versuch und ließ dann mehrere Sprünge aus, um zu beobachten, ob die aus Stuttgart stammende Konkurrentin Isabella Marten (Universität Kalifornien) sich über 12,87 Meter hinaus noch verbessern konnte.

An Madukas Weite kam sie aber nicht mehr heran. So stand am Ende der nächste große Erfolg für den einstigen Düsseldorfer Kinderstar, der seiner Konkurrenz stets um Welten voraus war und als gerade mal 16-Jährige Vize-Weltmeisterin mit der deutschen U 20-Sprintstaffel geworden war. Ganz zur Freunde ihrer Großmutter und langjährigen Förderin Hannelore Vreys. Am Wochenende könnte gleich der nächste Erfolg kommen. Dann stehen die gesamtamerikanischen NCAA—Hallenmeisterschaften in Texas an. Für die haben sich nur die besten 16 Studenten aller amerikanischen Hochschulen qualifiziert. In der NCAA-Liste steht sie mit ihren 13,81 Meter im Dreisprung auf Rang drei.

Maduka ist aber nicht das einzige Düsseldorfer Leichtathletik-Talent, das derzeit in den USA Aufmerksamkeit erregt. Das macht seit Januar auch die ART-Langstrecklerin Svenja Ojstersek. Die 23-Jährige hat in Texas bereits große Fortschritte gemacht. Mit ihrem Team startete sie in Birmingham (Alabama) bei den Conference-Meisterschaften der südlichen Universitäten und sorgte als Vierte im 3000-Meter-Lauf in 9:48,71 Minuten für wertvolle Punkte. Im 5000-Meter-Lauf am Vortag hatte Ojstersek nach sehr schnellem Beginn ihre Bestzeit (16:58 Minuten) mit 17:21 Minuten deutlich verfehlt. Ihr Uni-Team feierte hinter den Siegern aus Cincinatti (147) mit 85 Punkten als Zweiter das seit Jahren beste Team-Resultat.

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