2. Liga-Wasserball: Irre Schlussphase rettet Düsseldorfs Wasserballer​

Wasserball : Irre Schlussphase rettet Wasserballer

90 Sekunden vor Schluss liegt der DSC mit 4:7 zurück, gewinnt aber noch 8:7.

Dass es nicht immer deutlich enden muss, wenn der Tabellenführer auf den Tabellenletzten trifft, war Gábor Bujka bereits im Vorfeld klar. Erneut musste der Trainer des Düsseldorfer Schwimmclubs auf diverse Leistungsträger verzichten. Der Wasserball-Zweitligist zahlte unter anderem den Preis für das Topspiel der Vorwoche gegen Duisburg, bei dem einige Spieler angeschlagen ins Wasser gegangen waren. Entsprechend schlecht konnte sich der DSC auf die Gäste vorbereiten, entsprechend schlecht war das Gefühl von Coach Bujka. Er sollte recht behalten. Am Ende gewannen die Düsseldorfer nur hauchdünn mit 8:7 gegen den SV Lünen.

Kurz nach der Pause hatte es sogar 2:5 gestanden. Zwar kam der DSC noch im dritten Viertel auf 3:5 heran, im Schlussabschnitt wollte aber wieder wenig klappen, dreieinhalb Minuten vor dem Ende lag der Favorit mit 3:7 zurück, die Überraschung schien perfekt.

Doch aufgegeben hatten die Düsseldorfer noch nicht: Der Überzahltreffer zum 4:7 dreieinhalb Minuten vor dem Ende war der Startschuss einer irren Schlussphase, denn plötzlich wurden die Gäste nervös und verloren leichtfertig Bälle. Zwar hielt der SVL seine Drei-Tore-Führung bis 90 Sekunden vor Schluss, doch dann drehte der Tabellenführer auf. Binnen einer Minute nutzte er drei Fehler und kam eine gute halbe Minute vor dem Ende zum Ausgleich.

Der SVL war nun völlig von der Rolle und schaffte es nicht, die letzten 24 Sekunden bei eigenem Ballbesitz über die Zeit zu bringen. Stattdessen warf einer der Gästespieler neun Sekunden vor Schluss den Ball einfach neben das DSC-Tor. Schlussmann Sascha Vaegs schaltete sofort, holte den Ball und spielte einen langen Ball auf den freistehenden Giannakis, der eine Sekunde vor der Sirene zum 8:7-Endstand traf.

Ganz zufrieden war Kapitän Joost van Kaathoven dennoch nicht: „Ich glaube, wir müssen nichts schön reden. Das war mit Abstand unser schlechtestes Saisonspiel und wir haben nur mit viel Glück sowie dankbarer Hilfe des Gegners einen unverdienten Sieg eingefahren. Wir müssen uns definitiv in der anstehenden Trainingswoche wieder in Form bringen.“

Die Tore erzielten Yonatan Rudnik, Stamatios Giannakis, Maximilian Schleicher (je 2), Carlo Pavljak und Daniel Koryukin. Weiter geht es am Samstag mit dem Heimspiel im Rheinbad gegen Bayer Uerdingen II.

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