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Lohauser Deich in Düsseldorf wird saniert

Hochwasserschutz : Politiker wollen Kahlschlag verhindern

Lange Planungs- und Bauphase für 30-Millionen-Euro-Projekt.

Der Lohauser Deich ist ein beliebtes Freizeitziel für Spaziergänger und Radfahrer. Doch seit den 90er Jahren steht fest, dass die etwa vier Kilometer lange Deichanlage aus den 1930er Jahren zwischen dem Wasserwerk „Am Staad“ in Stockum und Am Gentenberg (Kaiserswerth) keinen sicheren Hochwasserschutz bietet. Die Bezirksvertretung 5 in Kaiserswerth wurde jetzt von der Verwaltung über die geplanten Maßnahmen in den kommenden Jahren informiert.

Dabei spielen die Vorgaben der Bezirksregierung Düsseldorf als Genehmigungsbehörde für das Projekt eine große Rolle. Sie fordert laut Stadt für die Sanierung von Deichen den vollständigen Rückbau und die Erneuerung des Bauwerks. Nur in Bereichen, wo nicht genügend Platz ist, sollen Spundwände vor dem Hochwasser schützen. Dies gilt beispielsweise für das Gebiet des Wasserwerks.

Mit der Sanierung droht jedoch ein Kahlschlag auf dem Lohauser Deich. Denn der sei in großen Teilen „aufgrund des massiven Baumbestandes mehr oder weniger stark durchwurzelt“, informiert der Stadtentwässerungsbetrieb. Die Wurzeln bereits gefällter und auch noch vorhandener gut 70 Jahre alter Pappeln würden den Deich auflockern. Deshalb dürfen dort keine Bäume mehr gepflanzt werden, sie sollen durch Büsche ersetzt werden.

Dies wollten viele Bezirkspolitiker nicht kommentarlos hinnehmen und so stellte die CDU einen entsprechenden Ergänzungsantrag. Bezirksbürgermeister Stefan Golißa sagt: „Wir wollen, dass der Baumbestand weitgehend erhalten bleibt.“ Zudem soll der bestehenden Konflikt zwischen Spaziergängern und Radfahrern auf dem neuen Deich entschärft werden. Golißa: „Hier könnte man auch einen Radschnellweg installieren und den Gehweg getrennt führen.“

Zeitplan für den Deichbau: Ab Juli läuft das Genehmigungsverfahren, gebaut werden soll von 2025 bis 2028. Kosten: 29,7 Millionen Euro, inklusive einer Million Euro für den Ankauf von Flächen. Die Stadt rechnet mit einer Förderquote von 80 Prozent durch das Land.