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Lierenfelds erster Wohnturm?

Lierenfelds erster Wohnturm?

Der Siegerentwurf des Darmstädter Architekturbüros Planquadrat sieht rund 200 Wohnungen vor, die Stadt möchte mehr.

Seit 2016 sind die Gewerbehallen des Stahlrohr-Handelsunternehmens Hoberg & Driesch zwischen Königsberger Straße, Tulpenweg und dem Sportplatz von DSV 04 abgerissen. Das 2, 2 Hektar große Areal ist von Altlasten befreit, Wilma ist der neue Investor. Der bisherige wie der zukünftige Eigentümer begleiteten den städtebaulichen Wettbewerb, aus dem soeben das Architekturbüro Planquadrat als Sieger hervorging. Im Rathaus Eller werden die Pläne von Planquadrat gut geheißen, nicht aber die Bemerkung der Stadtplanerin Ilka Schiller. Sie brachte nämlich einen Wohnturm ins Gespräch.

Einen L-förmigen Riegel mit Geschosswohnungen als Lärmschutz wird es geben, in deren im Windschatten Einfamilienhäuser geplant sind. Zwei Tiefgaragenzufahrten sowie eine Kita sind vorgesehen. Der Siegerentwurf geht von 152 Mehrfamilienwohnungen und 34 Einfamilienhäusern aus. Das Handlungskonzept Wohnen wird eingehalten. Auf Wunsch der Anlieger wird es einen mindestens fünf Meter breiten Schutzstreifen zum bestehenden Wohngebiet geben.

Die genaue Zahl der Wohnungen steht trotz des Siegerentwurfs nicht fest. „Es könnte sein“, erklärte Stadtplanerin Ilka Schiller, „dass es an der Ecke Königsberger Straße/Schützenwiese einen städtebaulichen Punkt gibt. Wir müssen noch einmal über die Höhenentwicklung sprechen.“ Diese Bemerkung lehnt die Bezirksvertretung 8 (Eller, Lierenfeld) ab.

Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen betonte, man akzeptiere eine zwölf Meter hohe Bebauung, aber keinen Wohnturm. Dazu sei der Tulpenweg zu eng und die Straße zu stark befahren.

Die Anlieger müssten, so die einhellige Meinung vor Ort, durch eine Ampel oder Fußgängerinsel geschützt werden. Man hätte auch gern etwas mehr Leben im neuen Viertel, etwa ein „Café an der Ecke“. Außerdem sollen dem Wunsch der Anlieger entsprechend Parkplätze nicht nur in der Tiefgarage, sondern auch im öffentlichen Raum entstehen.

Zunächst einmal muss ein Bebauungsplan entwickelt werden, damit aus dem derzeitigen Gewerbegebiet ein Wohngebiet wird. Der neue Plan muss auch auf das bestehende Gewerbe Rücksicht nehmen. Das B-Plan-Verfahren wird mindestens zweieinhalb Jahre beanspruchen. Parallel zur Ausarbeitung des Siegerentwurfs wird ein Verkehrsgutachten erstellt.

Bei einer Gegenstimme der Linken nahm die Bezirksvertretung im Rathaus Eller von dem Wettbewerbsergebnis zustimmend Kenntnis. Am 15. November wird der Planungsausschuss die Grundlagen der Bauleitplanung mitsamt der Öffentlichkeitsbeteiligung beschließen.