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Lehrerin aus Düsseldorf schreibt zweiten „Dangerous Person“-Roman

Literatur : Lehrerin aus Düsseldorf schreibt zweiten „Dangerous Person“-Roman

In dem Werk von Andrea Reder geht es darum, wie die Gesellschaft sich vor potentiellen Verbrechern schützen kann.

Schreiben, das hat Andrea Reder schon immer gereizt. Bis sie damit allerdings erfolgreich wurde, hat es lange gedauert. Mit zwölf Jahren hat die Angermunderin ihr erstes Buch geschrieben. Da es dafür aber wenig aufmunternde Resonanz der Eltern gab, hat Reder das Autorensein erst einmal aufgegeben. Einen zweiten Versuch startete sie dann mit 20 Jahren. Diesmal verhinderte allerdings die Technik die Buchvollendung. Die Festplatte ging kaputt, das Werk war nicht gesichert und damit verloren. „Es war nicht schade drum“, sagt Reder rückblickend, die auch ihren nächsten Versuch, 15 Jahre später und diesmal ein Kinderbuch, im Nachhinein kritisch sieht. „Das war meine Therapie nach einem unerfüllten Kinderwunsch“, sagt die heute 55-Jährige.

Die zündende Idee für den Roman, der auch veröffentlicht wurde, kam Reder 2010, als sie von überraschenden Erkenntnissen der Neurobiologie las. Dabei wurde die brisante Frage aufgeworfen, ob das Böse eine biologische Ursache hat und es die Gene sind, die Menschen zu Gewalttätern machen. Ein Thema, dass die Diplombiologin, die als Lehrerin an einem Mönchengladbacher Gymnasium die Fächer Biologie und Deutsch unterrichtet, faszinierte. Sie schrieb daraufhin drei Jahre lang am Buch „Dangerous Person – Die Verdammten“, das 2017 erschien – eine düstere Zukunftsvision, die sich mit der Frage beschäftigt, ob jemand zum Verbrecher geboren wird.

„Eigentlich war keine Fortsetzung geplant, aber ich habe viele Rückmeldungen von Lesern erhalten, die fanden, die Geschichte sei wegen des halboffenen Endes noch nicht auserzählt“, sagt Reder. Das war Ansporn genug, und nun ist der zweite Band „Dangerous Person – Der Aufbruch“ veröffentlicht worden, der erneut einen konkreten gesellschaftspolitischen Bezug und einen realen biologischen Hintergrund hat. Beide Romane zeigen die Entwicklung einer von Terroranschlägen erschütterten Gesellschaft, in der das Bedürfnis nach Sicherheit irgendwann übermächtig wird. Potentielle Verbrecher werden deshalb vorbeugend einsperrt und die Medien für Propaganda-Zwecke missbraucht.

Die Autorin will auf alle Fälle weiter schreiben

Eine weitere Fortsetzung ist nicht geplant, aber Reder will auf alle Fälle weiter schreiben. Das Schreiben lässt die Autorin alles um sich herum vergessen und löst Glücksgefühle bei ihr aus. Und so arbeitet sie am Wochenende manchmal mehrere Stunden am Stück und in den Ferien auch täglich. „Sport fördert bei mir die Kreativität. Wenn ich auf meinem Trampolin springe oder durch den Wald laufe, kommen mir ganz viele Einfälle, die ich dann ganz schnell notieren muss. Das ist mein persönliches Ritual“, sagt Reder. Selber liest sie gerne Science-Fictions oder schaut Serien wie „Star Trek“.

Seit einigen Jahren gehört sie auch zwei Autorinnengruppen an. „Ich kann jedem Neuling nur empfehlen, sich gut zu vernetzen, denn Schreiben ist ansonsten eine einsame
Tätigkeit.“

andreareder.de/