Lebensmittelhandel: Emmas Enkel wollen in ganz Deutschland Filialen eröffnen

Lebensmittelhandel: Emmas Enkel wollen in ganz Deutschland Filialen eröffnen

Die Metro hat sich 15 Prozent an dem Unternehmen gesichert. Jetzt soll das Konzept mit Retro-Filialen vor Ort und Online-Verkauf ausgeweitet werden.

Düsseldorf. Die Erfolgsgeschichte des Düsseldorfer Start-up-Unternehmens Emmas Enkel geht weiter. Nachdem der lokale Nahversorger und Online-Lebensmittelhandel in den vergangenen Jahren bereits mehrere begehrte Preise abgeräumt hatte, ist nun die Metro AG in das Unternehmen von Sebastian Diehl und Benjamin Brüser eingestiegen. Der Düsseldorfer Dax-Konzern hat sich 15 Prozent am jungen und aufstrebenden Unternehmen gesichert und will es „bei der Eröffnung weiterer Standorte in deutschen Innenstädten unterstützen“, lässt sich Metro-Vorstandschef Olaf Koch in einer Mitteilung zitieren.

Künftig soll die Metro-Tochter Real die Filialen von Emmas Enkel mit „Lebensmitteln, regionalen Frischwaren, Haushalts- und Drogerieartikeln sowie Eigenmarkenartikeln“ beliefern. Ziel sei, durch die Zusammenarbeit wieder näher an den Endkunden zu kommen. Denn im Gegensatz zu den eigenen Metro-Häusern oder den Real-Märkten, die meist außerhalb der Innenstädte liegen, soll Emmas Enkel genau dort expandieren.

Für die beiden Gründer ist die Zusammenarbeit mit dem Handelsriesen Metro wie ein Jackpot: „Wir sind die Sache von Beginn an sehr bodenständig angegangen. Irgendwann merkt man zwar, dass die Idee gut ist. Aber mit der Entwicklung haben wir selbst nicht gerechnet. Ehrlich gesagt, wäre es fahrlässig gewesen, zu planen, dass ein Konzern wie die Metro bei uns einsteigt“, sagt Diehl, der von einem „optimalen Szenario“ spricht und keinen Hehl aus den Plänen macht: „Wir wollen expandieren.“

Wo nach Düsseldorf und Essen die nächsten Filialen entstehen, sei noch unklar. Große Städte wie Berlin, Hamburg, München, Köln oder Frankfurt seien interessant, aber auch kleinere Städte oder ländliche Gebiete stünden zur Diskussion. „Es geht darum, näher an die Menschen zu kommen. Das gilt neben Metropolen auch für ländlichere Regionen. Die wurden ja auch jahrzehntelang von den Nahversorgern vernachlässigt“, sagt Diehl.

Die Kunden seien eben nicht nur gestresste Workaholics, die selbst keine Zeit mehr zum Einkaufen haben, sondern auch Senioren oder andere physisch beeinträchtigte Menschen, die auf Hilfe beim Lebensmitteleinkauf angewiesen sind. All diese können online oder über eine Hotline ihre Lebensmittel bestellen. Bald auch in anderen Städten.

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