Lange Warteschlangen nerven die Postkunden

Lange Warteschlangen nerven die Postkunden

Wartezeiten von einer halben Stunde und mehr gibt es in der Filiale Bilker Arcaden häufiger.

Düsseldorf. „Unser Ziel ist es, unsere Kunden innerhalb von fünf Minuten bedient zu haben“, sagt Filialleiterin Simone Kniebel im Februar bei der Eröffnung des neuen Postbank-Finanzcenters in den Bilker Arcaden.

Ein großes Versprechen, denn je nach Filiale hatte es in der Vergangenheit bis zu einer halben Stunde gedauert, bis der Düsseldorfer Kunde die Postbank wieder verlassen konnte. Vor allem in der Zweigstelle Heresbachstraße gab es immer wieder unzufriedene Kunden.

Ein halbes Jahr nach dem Versprechen: Am Montagnachmittag gegen 17 Uhr stehen die Kunden der Postbank bis auf den Gang der Bilker Arcaden. Rund 30 Wartende harren mit Paketen, Abholscheinen und Sparbüchern aus, während vier Mitarbeiter der Postbank versuchen, die Kunden schnell zu bedienen.

Oktay Erdogan stellt sich gar nicht erst an, sondern dreht auf dem Absatz um: „Hier ist immer so eine Schlange. Das mit der fünfminütigen Wartezeit können die vergessen.“ In der mittlerweile geschlossenen Filiale in der Heresbachstraße musste Erdogan auch länger warten. „Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagt der Postbank-Kunde.

Monika Hoffmann hat sich die Mühe gemacht und eine halbe Stunde gewartet, bis sie an der Reihe war: „Man hat ja keine Alternative, mein Mann hat es heute Morgen schon versucht, da war es genauso voll.“ Als sie kam, hätte nur eine Mitarbeiterin bedient, später dann zwei. „Die Luft in dem Laden ist schlecht, man muss auch mal an die alten Leute denken“, sagt Hoffmann.

Die Postbank streitet die Kundenvorwürfe nicht ab: „In Spitzenzeiten wie beispielsweise am Monatswechsel oder zu bestimmten Tageszeiten ist es in den Arcaden mitunter zu unangenehmen Wartezeiten gekommen“, sagt Ralf Palm, Postbank-Pressesprecher.

Eine eingeschränkte Personalsituation habe die Situation in der Filiale erschwert, „die in dieser Weise für die Verantwortlichen so nicht vorhersehbar war“. Wenn viele Kunden in der Filiale sind, würde es aber Anpassungen beim Personal geben. „Wir gehen deshalb davon aus, dass sich die Situation kurzfristig bessert“, sagt Palm.

Dass es auch anders geht, zeigt die Filiale in der Unterbilker Wissmannstraße. Eigentlich ein Lottoladen, werden die Postkunden in einer Ecke des kleinen Geschäftes immer von zwei Mitarbeitern bedient. Länger als zehn Minuten steht hier niemand in der Schlange, meistens dauert es weniger als fünf Minuten.