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Lange Tafel: Die Gema langt hin

Lange Tafel: Die Gema langt hin

Event-Agentur soll 60 000 Euro nachzahlen. Dabei durfte an den Ständen überhaupt keine Musik abgespielt werden.

Düsseldorf. Dass auch Musik spielt, wenn am Rheinufer einmal im Jahr die längste Tafel aufgebaut wird, haben die meisten Gäste wahrscheinlich gar nicht mitbekommen. Die Kontrolleure der Gema aber sehr genau. Und das wird dann teuer. Über 60 000 Euro soll Event-Manager Jörg Paffrath bezahlen, dessen Agentur die Tafel in den Jahren 2009 und 2010 für das Forum Stadtmarketing organisiert hat. Dagegen wehrt er sich seit Mittwoch vor dem Landgericht.

Gleich zwei dicke Rechnungen flatterten Paffrath ins Haus. 51 780 Euro soll er für das erste Jahr zahlen. Paffrath: „Da fanden in der Stadt auch noch weitere Veranstaltungen wie das Ballonglühen auf den Oberkasseler Rheinwiesen oder ein Fest auf der Breite Straße statt, die mit der längsten Tafel nichts zu tun hatten.“ Die Gema habe dies aber wie eine große Veranstaltung abgerechnet. Hinzu kommen noch einmal 2051 Euro für die Darbietungen von Straßenkünstlern.

Dass es Ärger mit der Gema geben könnte, hatte Paffrath schon geahnt. In den Verträgen mit den Standbetreibern wurde ausdrücklich vereinbart, dass Musik verboten ist. Trotzdem hielten sich einige nicht daran: „Es gab zum Beispiel einen Thailänder, der hatte sein Kofferradio mitgebracht.“ Die betroffenen Händler haben allerdings schon eine eigene Rechnung von der Gema bekommen.

2010 hatte sich Paffrath schon im Vorfeld an die Gesellschaft gewandt, die für ihre Mitglieder die Urheber-Honorare kassiert. Er teilte mit, dass es zwar eine Bühne gebe, es werde aber nur gema-freie Musik dargeboten. Der Event-Manager hatte eine Band organisiert, die jüdische Klezmer-Musik spielt, also Titel, die nicht bei der Gema angemeldet sind. Doch auch für dieses Jahr soll Paffrath 8550 Euro zahlen, weil die Gruppe angeblich auch Swing-Musik im Repertoire hat.

Außerdem erklärte er, nicht Veranstalter der längsten Tafel zu sein: „Wir haben das als Agentur nur organisiert.“ Für die Planung des Musikprogramms sei er darüber hinaus gar nicht zuständig gewesen.

Das Gericht machte am Mittwoch bereits deutlich, dass die Gema wohl auf keinen Fall die geforderten 60 000 Euro bekommen wird. Denn die längste Tafel sei vom Charakter her eine völlig andere Veranstaltung als ein Stadtfest. Bei dem kulinarischen Event spiele Musik eine untergeordnete Rolle. Die Gema soll ihre Forderungen bis zur nächsten Verhandlung detailliert belegen.