Lärmschutz beim RRX: Die „Einhausung“ ist vom Tisch

Lärmschutz beim RRX: Die „Einhausung“ ist vom Tisch

Die Ampel hält diese Lösung für zu unrealistisch, Bahn soll aber beim Lärmschutz nachbessern. CDU sieht darin einen Verrat an den Bürgern.

Düsseldorf. RRX und Lärmschutz in Angermund: Der Stadtrat hat am Abend nach langer Debatte der von der Bürgerinitiative präferierten ebenerdigen Einhausung (offener Tunnel) eine Absage erteilt. Die Stadt fordert den Bauherren Deutsche Bahn (DB) stattdessen auf, seine Lärmschutzplanung u.a. mit einer um einen auf fünf Meter erhöhten Lärmschutzwand, einer Mittelwand oder Schienenstegdämpfern zu verbessern. Dazu erteilte eine Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen sowie der Linken den Auftrag. Die CDU scheiterte mit ihrem Antrag, für die Optimierung der Einhausungslösung noch einmal Planungsmittel von 150 000 Euro zu bewilligen, weil nur so die verschiedenen Lärmschutzvarianten wirklich vergleichbar seien.

Sprecher der Ampel betonten, man müsse realistische Konzepte bei der DB einbringen, alles andere sei sinnlos. „Was die Bahn bislang vorlegt, ist nicht hinreichend“, sagte Martin Volkenrath (SPD), „was die Stadtverwaltung vorlegt, auch nicht. Wir wollen dass durch ein Bündel von Maßnahmen nicht nur 79 Prozent der Anlieger Lärmschutz bekommen, sondern 90.“

Norbert Czerwinski wies vor allem auf die Kosten hin. Die Einhausung sei schon deshalb ein reiner Wunschtraum, weil sie mindestens 750 oder 800 Millionen Euro kostet: „Das wären 400 000 Euro für einen Anwohner — so etwas unterstützt niemand und das zahlt niemand.“ Für die FDP warnte Ulf Montanus vor einer weiteren Verzögerung des von allen herbeigesehnten RRX von vermutlich sieben Jahren; Manfred Neuenhaus stellte klar, dass es bislang überhaupt keinen Lärmschutz an der Zugstrecke Düsseldorf-Duisburg gebe: „Mit dem RRX kriegen wir also eine deutliche Verbesserung. Wir haben die Verantwortung und müssen realistisch planen — Panik vor der Bürgerinitiative ist dagegen kein guter Ratgeber.“

Für die CDU warf Andreas Auler der Ratsmehrheit im Kern vor, mehr die Interessen der Bahn, als die der Düsseldorfer Bürger zu vertreten: „Das Gegenteil ist aber die Pflicht eines Stadtrates.“ Auler plädierte dafür, sich zumindest noch einmal vier bis sechs Monate Zeit zu nehmen, um die Einhausungslösung wirklich seriös zu prüfen, um am Ende den bestmöglichen Lärmschutz zu bekommen: „Denn das, was jetzt gebaut oder eben nicht gebaut wird, hat sicher 100 Jahre Bestand“, so Auler. Die CDU scheiterte auch mit dem Antrag, die Genehmigung für die gesamte Bahnstrecke vom Ende des 19. Jahrhunderts zu überprüfen. Wie berichtet, könnte es sein, dass es die nie gegeben hat („Schwarzbau“). Denn falls dem so sei, habe die Stadt eine viel stärkere Verhandlungsposition gegenüber der DB.

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