Lächelndes D: Jetzt kritisiert auch ein Uni-Professor das neue Logo

Lächelndes D: Jetzt kritisiert auch ein Uni-Professor das neue Logo

Viel zu teuer, sagt Bernd Günter und erklärt, warum die Stadt lieber mehr als weniger Geld ausgibt.

Düsseldorf. Meine Studenten hätten das mindestens genauso gut gemacht, sagt Bernd Günter und meint damit das lächelnde D, das die Agentur BBDO als neues Stadtlogo vorgestellt hat. Günter leitet den Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing, der Uni Düsseldorf und ist Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Den Beweis hätten die Studenten schon erbracht: „Es kommt immer wieder vor, dass sie Logos entwerfen. Da kommen an einem Nachmittag viele gute Ideen zusammen, von denen einige umgesetzt werden.“ Als Beispiel nennt der Professor das Logo der Handwerkskammern. „Und das hat keine 150 000 Euro gekostet, sondern lediglich ein paar Flaschen Cola“, formuliert Günter überspitzt.

Dabei nimmt er die Agentur BBDO und die Stadt in Schutz, denn es sei sicher dringend nötig gewesen, ein neues Logo zu entwerfen. „Und das ist gerade für große

Städte wie Düsseldorf sehr schwierig, denn sie zeichnen sich durch ihre Vielfalt aus. Kleine Städte haben es einfacher, sie besitzen ein schärferes Profil“, sagt der Fachmann. Allerdings wäre ihm das Ergebnis nicht so viel Geld wert gewesen, betont er.

Das lächelnde D, das gleichzeitig ein sogenanntes Emoticon ist, findet Günter vor diesem Hintergrund „einseitig, überflüssig und langweilig“ — kann ihm aber auf den zweiten Blick trotzdem etwas Positives abgewinnen. „Es kommt auf die Interpretation an. Der Gedanke gefällt mir, dass alles, was vor dem Doppelpunkt steht, nach Düsseldorf führt.“

Dass die Stadt sich bewusst dafür entschieden hat, nur mit ausgewählten Experten und nicht etwa mit Studenten zusammenzuarbeiten, ist für den Bernd Günter leicht nachvollziehbar. „Leider brauchen Auftraggeber oft einen großen Namen und viel Geld, um sich selbst aus der Schusslinie zu bringen. So kann die Stadt auf das Renommee der Agentur verweisen und ist mit Blick auf die Kritik an dem Logo selbst nicht angreifbar.“

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