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Kunstsammler eröffnet neues Museum in Düsseldorf

Kunstsammler eröffnet neues Museum in Düsseldorf

Gil BRonner baut eine alte Industrieanlage in Flingern um. Dort wird er Werke aus seiner privaten Sammlung ausstellen. Auf dem Dach entsteht ein Skulpturengarten.

Düsseldorf. Als Gil Bronner vor sechs Jahren in Flingern Immobilien an der Birken-, Ecke Ackerstraße erwarb, gehörte auch ein Innenhof mit Glaserei und Kontor dazu. In dem hübschen Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende kamen die Filmwerkstatt und der Berufsverband Bildender Künstler BBK unter. Ein Zentrum für Kunst und Kunstschaffende stellte sich Bronner damals an dieser Stelle vor. Er ahnte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er mit einem ehrgeizigen Projekt die Entwicklung eines solchen Zentrums entscheidend vorantreiben würde.

Langsam reifte in ihm die Idee von einem neuen Museum in Düsseldorf am Standort Flingern, jetzt läuft die Umsetzung, seit zwei Monaten wird gebaut, im Frühjahr 2016 soll das Haus fertig sein.

Das neue Ausstellungshaus entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Glasmanufaktur Lennartz, die sich einst in dem Hinterhof an der Birkenstraße 47 befand. Die Grundstruktur der Gewerbehalle wird beibehalten, der überwiegende Teil jedoch aufwändig umgebaut. „Mit dem Rohbau werden wir schnell fertig sein“, sagt Bronner. „Aber der Technik-Einbau hält auf.“ Zwei Lüftungsanlagen werden die unterschiedlichen Bereiche des Museums versorgen. Sie nutzen Frischluft, bereiten sie auf und verteilen sie in dem Gebäude. Fußbodenheizung, Isolierung und Belüftung werden so auf einander abgestimmt, dass abrupte Temperaturschwankungen vermieden werden. Das Beleuchtungkonzept soll ein Unternehmen übernehmen, das schon für die Uffizien in Florenz, die National Gallery in London, das Guggenheim Museum in Bilbao, und auch für das K 21 im Ständehaus gearbeitet hat. „Ich will Museumsqualität erreichen“, sagt Bronner. Auf einer Fläche von etwa 1800 Quadratmetern werden Gemälde, Fotografieren, Installationen und Plastiken präsentiert. Ein Teil des Dachs wird so konstruiert, dass ein Skulpturengarten darauf Platz findet, der gegebenenfalls teilweise von der Brücke, welche an der Ackerstraße über die Bahngleise führt, erkennen kann.

Immobilienhändler Bronner sammelt seit schon seit einigen Jahren Kunst der Gegenwart. „Ich interessiere mich für das, was gerade für die zeitgenössische Kunst relevant ist. Mit aller Freiheit, die man sich als Sammler erlauben kann.“ Die neuen Medien spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Die Sparte, meint Bronner, sei in Düsseldorf mit der Julia Stoschek Collection bestens vertreten.

Bislang bestückte Gil Bronner Räume in dem Atelierhaus an der Walzwerkstraße in Reisholz mit Werken aus seiner Sammlung „Philara“. Regelmäßig lud er dorthin zu Ausstellungen ein. „Das kann ich künftig nicht mehr leisten. Philara zieht um nach Flingern, und so heißt dann auch das Museum — Sammlung Philara.“