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Kunstaktion Düsseldorf meets Palermo

Kunstaktion in Düsseldorf : Kunst würdigt Städtepartnerschaft

Seit fünf Jahren sind Düsseldorf und Palermo Partnerstädte. Statt einer Feier gibt es eine Plakataktion in mehreren Stadtteilen.

(arc) Städtepartnerschaften hat jede Stadt, doch wer mit wem liiert ist, wissen die wenigsten. Die Partnerschaft Düsseldorfs mit der sizilianischen Stadt Palermo feiert in diesem Jahr ihr fünfjähriges Jubiläum. Das große Fest wird corona-bedingt erst im nächsten Jahr stattfinden. Aber groß aufgezogen wird das Jubiläum trotzdem: mit einer Plakataktion in mehreren Stadtteilen. Noch rund eine Woche werden Arbeiten von italienischen und deutschen Künstlerinnen und Künstlern im öffentlichen Raum gezeigt. Organisiert haben diese Aktion das Amt für Internationales und das Düsseldorfer Kulturamt.

Dass mit einer Kunstaktion gefeiert wird, hat seinen Grund: „Die Brücke für die Städtepartnerschaft mit Palermo war die Kunst“, erklärt Michael Kortländer, der im Vorstand des Vereins „Düsseldorf-Palermo“ seit 2013 Kunstausstellungen, Projekte und Workshops in beiden Städten organisiert.

 Adriano La Licata zeigt die Wappentiere der Städte eng umschlungen.
Adriano La Licata zeigt die Wappentiere der Städte eng umschlungen. Foto: privat

Seit der Partnerschaft stehen die Künstler der Städte im Dialog

Die Idee für die Städtepartnerschaft hatte Kortländer zusammen mit dem Gastronom Guiseppe Saitta und dem damaligen Oberbürgermeister Thomas Geisel entwickelt. Seitdem sind die Künstler beider Städte im Dialog, stellen im „Haus der Kunst“ in Palermo oder in Düsseldorf (zum Beispiel im Goethe Museum oder im Stadtmuseum) sowie in Galerien aus und besuchen sich als Stipendiaten.

 Andreas Techler hat für seine Installation Sperrgut in Palermo gesammelt und im Kreis verschnürt.
Andreas Techler hat für seine Installation Sperrgut in Palermo gesammelt und im Kreis verschnürt. Foto: privat

Die Werke der zehn Künstler kreisen um Europa, die beiden Städte, um Vertrautes und Fremdes. Der sizilianische Künstler Adalberto Abbate zeigt „Falling Stars“ aus seiner Serie „Europäische Reise“, ein Foto, auf dem eine Frau eine EU-Fahne flickt: „Eine Fahne zu flicken, die immer wieder zerreißt, ist ein Akt des hartnäckigen Widerstands und der Hoffnung. Doch Konflikte, soziopolitische Spannungen, Spekulationen und die allgegenwärtigen wirtschaftlichen Interessen bergen die Gefahr, dass die Fahne zu einem fadenscheinigen Lappen verkommt und ihre Sterne abzufallen drohen.“

Adriano La Licata spielt in seinem Kunstwerk „Elastic Love“ mit roten Gummis und den Wappentieren: „Der palermitanische Adler und der rote Löwe von Düsseldorf beanspruchen endlich ihren Liebesraum. Sie scheinen zu tanzen, wahrscheinlich lieben sie sich. Ein doppeltes elastisches Universum, das sich aus den Farben der Flaggen der beiden Städte zusammensetzt.“

Düsseldorfer Künstlerin zeigt
ihr Werk „Grenzgänger“

Die Düsseldorfer Künstlerin Edith Oellers zeigt ihr Werk „Grenzgänger“: „Das Thema dieser Bilderreihe ist die freiwillige oder unfreiwillige Bewegung der Menschen durch Zeit und Raum. Die Arbeit entstand für die durch den Verein Düsseldorf-Palermo initiierte Ausstellungsfolge Migration in Castelbuono im Dezember 2020.“ Weitere Stationen werden das Marcel-Janco-Museum und das Stadtmuseum Düsseldorf sein.

Andreas Techler nannte seine Installation „Le sedie volanti“: „2020 bin ich anlässlich der Ausstellung Verzahnung im Haus der Kunst drei Wochen lang kreuz und quer überall durch Palermo geradelt, habe dabei zwölf alte Möbel im alten Sperrgut aufgehoben und im Kreis verschnürt: fliegende Stühle. Es gibt dort auch eine Straße gleichen Namens im Bezirk Capo.“ Rossella Palazzolo zeigt in ihrem Werk „Mani“ das fotografische Abbild einer Betonskulptur, die zwei ineinander verschränkte Hände abbildet. „Es ist der älteste Akt zur Besiegelung einer Vereinbarung, eines Zusammenschlusses oder, wie bei Düsseldorf und Palermo, eines Partnerschaftspaktes. Das Werk ist das Symbol einer Übereinkunft, aber auch die Skulptur der Übereinkunft selbst, die Vereinigung zweier Hände, die wie Stein zu einer Einheit verschmelzen und einander über die Zeit hinweg nahe bleiben.“