Kultur Kompakt: Wissenschaft trifft Kunst am Worringer Platz

Kultur Kompakt : Wissenschaft trifft Kunst am Worringer Platz

Hochschule Düsseldorf kooperiert mit Künstlerprojekt Gasthof Worringer Platz.

Rätselhafter Worringer Platz: 80 junge Menschen knien, sitzen auf Hockern, zeichnen, fotografieren und erforschen kleinste Details. Das konzentrierte Arbeiten inmitten einer der umtriebigsten Plätze Düsseldorfs ist Kern einer Studie im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Hochschule Düsseldorf (HSD) und dem Künstlerprojekt Gasthof Worringer Platz (mit Oliver Gather und Andrea Knobloch). Die HSD geht mit ihrem Forschungsseminar „Vom Unsagbaren und Unsäglichen – zur Schärfung der Wahrnehmung komplexer Situationen“ gänzlich neue Wege im öffentlichen Raum.

Zum Hintergrund: Neu bei der Hochschule Düsseldorf sind nicht nur die Gebäude. Neu sind vor allem auch Inhalte, Herangehensweisen und Kooperationen. So erfährt der Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften mit Dozent Oliver Gather die Erweiterung, soziale Arbeit im Sinne von Josef Beuys’ sozialer Plastik direkt im öffentlichen Raum zu erforschen. Dabei kommen fachübergreifend verschiedene wissenschaftliche sowie künstlerische und ästhetische Aspekte zum Tragen. Im Zentrum stehen für die Studierenden auch phänomenologische Fragen zu Raum und Gesellschaft (insbesondere Prozesse der Stadtentwicklung) und zum Mensch-Natur-Verhältnis. Erforscht werden der Worringer Platz und seine angrenzenden Straßen mit all ihren verschiedenartigen Nutzungsebenen und Nischen, spezifischen Atmosphären und Ereignissen. Durch die Ergebnisse der Feldarbeit entwickeln sich neue Bezüge zu Beruf und Praxis. „Wahrnehmen ist erlernbar“, sagt Oliver Gather. Dies sei für Sozialpädagogen und -arbeiter besonders wichtig, denn „sensibles Wahrnehmungsvermögen ist eine unverzichtbare Verstehens-Ressource“.

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