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Düsseldorf: Wim Wenders fördert junge Filmer

Düsseldorf : Wim Wenders fördert junge Filmer

100.000 Euro vergab der Filmemacher am Dienstag in Flingern an vier Stipendiaten.

Düsseldorf. Die Jury der Wim-Wenders-Stiftung hatte es nicht einfach, so Petra Müller von der Filmstiftung. Sie, Stiftungsgründer Wenders und der Berliner Mirko Derpmann hatten den ganzen Tag innovative Filmprojekte begutachtet, um vier Stipendien zu vergeben. Erst kurz vor 17 Uhr fielen die Würfel im Hinterhof auf der Birkenstraße in Flingern.

Von den 41 Bewerbern kamen acht in die engere Auswahl. Sie wären alle förderungswürdig, so Wenders. Aber die 100 000 Euro, die die Stiftung (von Land, Stadt und dem Wenders-Ehepaar) zum zweiten Mal an den Nachwuchs vergibt, wurden auf vier verteilt. Darunter zwei vielversprechende 3D-Vorhaben.

Den Vogel abgeschossen hat der Science-Fiction-Film „Laika Kapsel“ des Kölner Duos Dennis Todorovic und Christoph Mathieu. 40 000 Euro erhalten Regisseur Todorovic und Autor Mathieu, um sich die komplizierte Teaser-Sprache für 3D anzueignen. In dem philosophischen Kammerspiel geht es um das Weltall als Sehnsuchtsraum und eine Raumkapsel, in der sich ein Astronaut vor den Augen der anderen in seine Bestandteile auflöst. „Es interessiert mich sehr, wie die friedliche Crew ihr Glück und Stabilität gewinnt“, so Wenders.

Erstaunlich, in welch kurzer Zeit die Filmemacher ihr Projekt erstellten. „Erst vor ein paar Wochen bin ich in das Projekt eingestiegen,“ sagt Mathieu. Ganz anders die Story des zweiten 3D-Vorhabens „Freak City“ von Andreas Kannegießer und Birgit Stauber, Berlin (mit 25 000 Euro gefördert). Darin verliebt sich Mika in die gehörlose Lea und erlernt die Gebärdensprache. Bald kommen ihm Zweifel, und seine Ex-Freundin Sandra taucht wieder auf. Wenders: „Die jugendliche Liebesgeschichte hat mich begeistert.“ Zumal Filmemacher Kannegießer davon berichtet, dass er selbst versucht habe, die Gebärdensprache zu erlernen.

Von vernetzten Menschen, die als „Cyborgs“ gegen die Allmacht der Konzerne kämpfen, erzählt das experimentelle Essay „I love Cyborgs“ des Aachener Stephan Bergmann (25 000 Euro). Ein Exot und Quereinsteiger unter den Stipendiaten ist Valentin Riedl. Von Hause aus Neurologe, erzählt der Münchener Mediziner in seinem Dokumentarstreifen „Lost in face“ das Schicksal von Carlotta, die von Geburt an gesichtsblind ist. Sie erkennt weder sich im Spiegel noch andere Menschen auf der Straße. Eine Krankheit, die gar nicht so selten ist, erklärt Riedl. Sein Stipendium beträgt 10 000 Euro.