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Tanz-Musical: Wie „Dirty Dancing“ auf Kubanisch

Tanz-Musical : Wie „Dirty Dancing“ auf Kubanisch

Das Tanz-Musical „Soy de Cuba“ gastiert im Capitol: Durchtrainierte Tänzer und eine zehnköpfige Originalband.

Düsseldorf. „Ich komme aus Kuba“! (‚Soy de Cuba’) Wie ein Werbesong für die noch kommunistische Karibik-Insel bohrt sich der Titel-Song eines mitreißenden Tanz-Musicals in das Gedächtnis ein. Als ob es der hoch verschuldete Inselstaat zwischen Atlantik und Karibik noch nötig hätte. Längst wurden Havanna und die kilometerlangen Strände vom Tourismus erobert, und Immobilien-Anleger bekommen glänzende Augen, wenn sie den Namen der Hauptstadt hören.

Rum, Tabak und Kaffee - auch das, was das Kuba-Klischee so bietet, liegt oder steht bei „Soy de Cuba“ zwar rein zufällig auf der Bühne. Doch geht es im Capitol-Theater in den nächsten Tagen überwiegend um die ansteckenden, kubanischen Rhythmen, von sieben Männern und neun Frauen getanzt und von einer zehnköpfigen Originalband begleitet. Letztere braucht sich hinter dem legendären Buena Vista Social Club keine Sekunde zu verstecken.

Kuba, Kuba! Stolz ist die Truppe von Choreograf Luis Alberto Moro Ronda und Musiker Rembert Egues auf ihr Land. Und zeigt das, ohne aufdringlich zu werden. Gut zwei Stunden lassen sie Tanzfans in Rumba, Cha-Cha-Cha, Mambo, Samba, Lambada etc. schwelgen. Und entführen sie mit viel Glitzern, Leidenschaft und Temperament in die Straßen von Havanna.

Eingebettet ist die Show in die nahezu klassischen Karriere-Geschichte und Lovestory in einem Tanzclub. Es geht um das schöne Bauernmädchen Ayala, die sich vom schüchternen Aschenputtel mit Putzlappen zum gefeierten Star der Kompanie mausert und, man ahnt es schon, sich in den Choreografen Dieser Serrano verliebt.

Hauptdarstellerin Yanetsy Ayala Morejon erzählt hier die Etappen ihrer eigenen Biografie. Von der väterlichen Tabakfarm machte sie sich einst auf den Weg in die Hauptstadt, landete in einer der vielen Tanzschulen und wurde vom Produzenten der Show, Nicolas Ferru, entdeckt. In temporeichen Gruppen-Szenen und Soli faszinieren die athletisch getrimmten und akademisch trainierten Tänzer, auch weil sie das alteinamerikanische Feuerwerk bei aller Akrobatik doch mit kubanischer Lässigkeit über die Rampe bringen. Männer lassen häufig den Hut auf und wirken selbst in der bizarren Szene, wenn sie alle mit Holzschlappen losrattern, richtig cool. Sie geben sich extrem körperbetont und sexy — so weht ein Hauch von ‚Dirty Dancing’ von der Bühne in die Zuschauerreihen. Aber: Auch wer sich ‚nur’ an karibischer Musik ergötzen will, ist bei ‚Soy de Cuba’ gut aufgehoben. Für den typischen Latin-Sound sorgen die Band, besonders die Posaunistin und der Trompeter, und die Sänger Danais Menendez und Carlos Angel.