Wenn in der Düsseldorfer Tonhalle Mozart auf Queen trifft

Konzert : Philharmonix: Wenn Mozart auf Queen trifft

Das Sextett Philharmonix mischt in der Tonhalle Pop mit Klassik.

Was haben Wiener Melange und Berliner Weiße gemeinsam? Sie sind eine Mischung: hier Kaffee und Milch, da helles Bier und Waldmeister. Und wenn man beides miteinander vermengt, entsteht „Philharmonix“. Das wiederum ist kein Getränk, aber es hat Geschmack, versprüht Lebensfreude und klingt gut. Die Rede ist von einem Klavier-Sextett, bestehend aus Wiener und Berliner Philharmonikern, die Strauß, Grieg, Bach Schostakowitsch, Satie und andere Komponisten aufführen, aber nicht, wie sie original klingen, sondern eher originell.

Womit wir bei dem Spaßfaktor sind. Die Komponisten Sebastian Gürtler, Violine, und Stephan Koncz, Violoncello, arrangieren für ihre Truppe wunderbar kurzweilige Stücke, immer in Anlehnung an bekannte Stücke und Melodien, aber stets darum bemüht, Neues zu erfinden. „Man muss das, was wir da machen, nicht verstehen, um es genießen zu können“, sagen sie und das beschreibt, was die Musiker wollen, nämlich den „Kern des Sache“ eines klassischen Werkes erkennen und in musikalischer Freiheit das Tonmaterial neu gestalten.

Die Mischung macht´s. Es gibt Wiener Kaffeehausmusik mit Wiener Schmäh wie auch poppig-Jazziges aus einer Berliner Kneipe mit Berliner Schnauze. Das raffinierte Fledermaus-Patchwork mit verschiedensten Musikzitaten steht Queens „Bohemian Rhapsody“ mit einer klassischen Einleitung von Bachs C-Dur- Präludium gegenüber. Benny Goodman trifft auf Erik Satie, dessen Gnossienne plötzlich im Gewand osteuropäischer Zigeunerklänge daherkommt.  Klamauk oder Karikatur ist Philharmonix´ Musik aber nicht. Die Musiker meinen es ernst, wenn sie Schostakowitschs 2. Klavierkonzert oder Griegs Violin-Sonate in seriöser Kammermusikbesetzung eines Klavier-Sextetts interpretieren. Es sind eben Profis, die E-Musik mit kindlicher Spiel- und Experimentierfreude verbinden.Jedes Stück soll wie eine Momentaufnahme wirken, dabei ist alles bis ins Letzte notiert und komponiert. Die weiteren Musiker sind: Noah Bendix-Balgley, Violine, Ödön Rácz, Kontrabass, Daniel Ottensamer, Klarinette, und Christoph Traxler, Klavier. Starker Applaus in der Tonhalle.

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