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Vorsitzende des Freundeskreises: Frauenpower für das Hetjens-Museum

Maria Beck und Barbara Haarmann : Frauenpower für das Hetjens-Museum

Die beiden neuen Vorsitzenden sind absolute Profis wenn es um Kommunikation geht. Ab sofort führen sie den Freundeskreis an.

Zwei Frauen mit großem Netzwerk und vielen Ideen sind die neuen Vorsitzenden des Hetjens-Freundeskreises. Maria Beck, Schwester des Bäckermeisters Josef Hinkel, ist Konzertsängerin und Stimmtrainerin, die im Exzellenz-Training den Chefs von Unternehmen den großen Auftritt beibringt. Und Barbara Haarmann hat sehr lange als Ärztin gearbeitet, sich auf die Reisemedizin konzentriert und die Internationale Schule medizinisch betreut. Sie lebte zehn Jahre in New York und sie arbeitet mit international tätigen Menschen zusammen. Beide Powerfrauen wurden für drei Jahre in ihr Ehrenamt berufen.

Maria Beck ist in der Altstadt groß geworden. Als eine von sechs Geschwistern wurde ihr die Kommunikation in die Wiege gelegt. „Die Altstadt mit dem Hetjens-Museum gehört zum Stadtbild meiner Kindheit“, sagt sie. Sie liebe es, in der Carlstadt von Kunst und Kultur umgeben zu sein. Sie ist als Sängerin ausgebildet, singe allerdings nur noch „dann und wann“. Derzeit lässt sie ihre Sopranstimme nach einem Auftritt in der Maxkirche im Internet erklingen. Bei der geplanten Herbstausstellung „Glaubenswelten“, in Kooperation mit Pater Elias von den Dominikanern, wird sie passend zu den teilweise uralten Keramikobjekten mit kultischer und religiöser Bedeutung „das eine oder andere Arioso zum Besten geben“. Von Beruf ist sie Stimmtrainerin. Sie spricht vom „Exzellenz-Training“ für Vorstände und Vorsitzende, die repräsentative Aufgaben übernehmen, wo das Sprechen eine Rolle spielt. In der Oper kenne man den Fachwechsel, der erst erprobt werden muss, bevor es auf die Bühne geht. In den Unternehmen sei es leider häufig so, dass Männer und Frauen in neue „Rollen geschmissen“ werden. Sie seien zwar fachlich gut vorbereitet, hätten aber keine Zeit, sich mit ihrer neuen Situation zu befassen. „Wenn jemand nicht so erfolgreich performt, dann kommt er zu mir“, sagt sie. Man kenne sie in den gehobenen Kreisen, sie habe einen guten Ruf in der Branche, mache keine laute Werbung, aber stehe für wirkliche Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Diese „Neue“ ist verständlicherweise nicht auf den Mund gefallen. Sie war Gründungspräsidentin der Soroptimistinnen, einer internationalen Organisation berufstätiger Frauen mit sozialem und gesellschaftlichem Engagement. Sie habe eine kurze „Exkursion“ in die Gastronomie gemacht, als Chefin im Ey-Café. Und sie werde sich jetzt voll und ganz dem Hetjens-Museum widmen, dessen Mitglied sie erst seit wenigen Tagen ist. „Mich reizt das bürgerschaftliche Engagement“. Vor allem will sie das Marketingkonzept ändern.

Hier wirkt ihre Stimme ganz ernst und zielstrebig. „Für mich ist Düsseldorf ein Kleinod in der Kunstwelt. Wir haben mit dem deutschen Keramikmuseum einen einmaligen Schatz. Das erfüllt mich mit Stolz. Aber der Düsseldorfer Internet-Auftritt ist grottig. Ich möchte, dass meine Kommunikationsbegabung dafür steht, dass man mit dem Marketing in meiner Heimatstadt endlich zu Potte kommt. Ich wünsche mir eine klare Zielausrichtung für das Hetjens in Verbindung mit der gesamten Museumslandschaft.“

Sie macht Nägel mit Köpfen. So hat sie gleich nach ihrer Wahl den ersten Kulturdialog mit den Sprechern anderer Freundeskreise in Düsseldorf geführt. „Ich spreche im Miteinander, denn dann entstehen Ideen. Ich will keine Konfrontationen, sondern ein konstruktives Miteinander für die Kultur.“

Ihre Stellvertreterin ist Barbara Haarmann. Sie wurde als Präsidentin des International Club of Düsseldorf bekannt, als sie vor zwei Jahren das 50-jährige Jubiläum des Vereins ausrichtete. Diese Präsidentschaft ist abgelaufen. Während ihres zehnjährigen Aufenthaltes in New York lernte sie die bildende Kunst kennen und schätzen. Ein Sohn fing Feuer und gilt heute als großer Sammler. Bei ihr reiche das Geld nicht für die ganz große Kollektion. Aber immerhin habe sie vor kurzem eine farbige Spiegelscheibe von Ursula Ott bei der Galeristin Ute Parduhn gekauft. Noch sage ihr ein Kunstwerk von Thomas Schütte mehr als ein Seladongefäß aus dem China des 12. Jahrhunderts. Aber sie schaue es sich sehr gern an.

Sie erwähnt selbst ihr Netzwerk und ihr Talent für Events. Sie habe im Club of Düsseldorf jeden Monat vor allem Kunst angeboten. Sie könnte den Freunden von Hetjens den Zugang ins Atelier von Günther Uecker ermöglichen und sie plant für das nächste Jahr einen Besuch im Musée Lalique im Elsass, mit einem Abstecher nach Nancy. Sie sehe sich für den Kontakt zu den Menschen zuständig, zu den gegenwärtigen und zukünftigen Mitgliedern.

Beck wie Haarmann wollen im Team mit Museumschefin Daniela Antonin vorgehen, den Ankauf von Arbeiten des Künstlers Thomas Schütte planen, mehr Menschen für das Museum interessieren und den Zusammenhalt unter Freunden betonen.