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Von Beuys bis Trockl: Eine Ausstellung gegen die Armut

Von Beuys bis Trockl: Eine Ausstellung gegen die Armut

Bekannte Bildhauer, Maler und Fotografen beschäftigen sich mit dem Elend. Die Werke sind traurig und heiter-ironisch.

Düsseldorf. Als Reinhold seiner Büste im Bundesministerium für Arbeit zum ersten Mal gegenübersteht, stößt er seinen Kumpel an und sagt: „Mensch, wir sehen aus wie Könige.“ Sein Kopf, den der Maler und Bildhauer Harald Birck aus Papier und Ton geformt hat, steht seit der Ausstellung 2008 dauerhaft in dem Berliner Ministerium. Und es dürfte wohl einer der seltenen Momente im Leben des obdachlosen Reinhold gewesen sein, in dem er sich nicht elend und am Rande der Gesellschaft fühlte.

Um Menschen wie Reinhold geht bei einer Ausstellung, welche die katholische Kirche Düsseldorf jetzt in die Landeshauptstadt geholt hat. Die Schau wurde 2007 konzipiert und trägt den Titel „Kunst trotz(t) Armut“. Düsseldorf ist die 30. Station und in gewisser Weise ein Heimspiel. Viele der Künstler stammen aus, arbeitenoder lehren in Düsseldorf, einige Werke wiederum sind Leihgaben von „Fifty-Fifty“. Und so gibt es Drucke aus der Serie „Kölner Bettler“ von Sigmar Polke zu sehen, eine grafische Arbeit von Rosemarie Trockl, die Bruder Matthäus als jungen Mann zeigt sowie Obdachlosen-Portraitfotos von Katharina Mayer, dazu Beuys und Immendorff in St. Andreas.

Mal blicken die Künstler der Armut geradewegs ins Gesicht wie Katharina Mayer, und geben ungeschützt wieder, was sie sehen, dann wieder nehmen sie sich zurück. „Wolfgang Bellwinkel sagte, es stehe ihm nicht zu, das Elend zu fotografien“, erzählt Andreas Pitz, der Kurator der Ausstellung. „Also fotografierte er die Decken und Schlafsäcke, welche die Menschen, die auf der Straße leben, vor dem Kältetod schützen sollen.“

Aber es gibt auch ironisch-heitere Beiträge wie die Wohnräder der Bildhauerin Liesel Metten, kleine fahrende Behausungen ohne Dach, jedoch mit Stühlen und Schlafsäcken. „Die Besucher sollen sich dem Thema nicht nur todtraurig nähern“, sagt Pitz.

Ausstellungsorte sind die Andreaskirche, „Der Laden“ von Flingern Mobil an der Ackerstraße 28, das Familienzentrum, Rather Kreuzweg 43, und das Maxhaus, Schulstraße 11. Die Ausstellung wird von einem Rahmenprogramm begleitet, das Podiumsgespräche, Filme und Stadtteilerkundungen anbietet.

Die Schau ist in Düsseldorf bis zum 18. März zu sehen und wird am Freitag um 19 Uhr im Maxhaus eröffnet. Flyer mit Programmpunkten und den Adressen der Veranstaltungsorte liegen im Maxhaus aus. Überdies gibt es alle Informationen auch im Internet unter

http://tagen.erzbistum-koeln.de/maxhaus/