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Vierwändefestival: Die Off-Szene feiert sich selbst

Vierwändefestival: Die Off-Szene feiert sich selbst

Eine Ausstellung jenseits großer Galerien.

Düsseldorf. "In Düsseldorf ist nichts los", dachten die FH-Studentinnen Denise Dömges und Rieke Schillmöller, als sie sich 2006 auf die Suche nach Off-Kunsträumen machten. Schnell stellten sie fest: Fernab der großen Galerien und Museen ist einiges los.

Sie begannen Informationen über die unkommerziellen Kunsträume etwa von kleinen Kulturvereinen zu sammeln und riefen 2007 das erste Vierwändekunst-Festivals ins Leben, bei dem sie die bis dahin scheinbar versteckte Off-Kunst ins Rampenlicht rückten.

Doch es ist nicht nur etwas los in Düsseldorf, es wird auch immer mehr. Nahmen 2007 rund 20Räume am Festival-Parcours teil, sind es bei der Neuauflage in diesem Jahr über 30. "Das Off-Phänomen boomt seit einigen Jahren", sagt Florian Kuhlmann vom Verein Vierwändekunst. "Es ist jedoch eine flüchtige Szene. Viele Räume existieren nur kurz. Darum wollen wir für einen Moment das Blitzlicht auf die Szene werfen."

Die Ausstellungen des Festivals, bei dem Off-Künstler sich vom 14. bis 16. Oktober an 30 Orten präsentieren, sollen möglichst auch in einem Katalog verewigt werden: "Um sie für die Zukunft zu erhalten." Dass die Off-Kunst nicht nur ein flüchtiges, sondern auch unerforschtes Phänomen ist, zeigte die Recherche von Kurator Emmanuel Mir: "In Deutschland gab es bisher keine Ausstellungen zur Off-Szene."

Das wird sich nun ändern. Die zum Festival gehörende Ausstellung "Unter dem Radar" im Con-Sum beleuchtet erstmals Struktur und Geschichte der Düsseldorfer Off-Szene. Die Informationen hier trugen vor allem FH-Studentinnen des Master-Studiengangs Exhibition Design zusammen.

Beim Festival soll auch der Begriff Off-Kunst in einem Symposium am Samstag, 9. Oktober, diskutiert werden. Dass diese Diskussion einigen Zündstoff bietet, zeigt eine Befragung der Festival-Beteiligten, die Off-Kunst ganz unterschiedlich definieren. Für Kuhlmann ist klar: "Off-Kunst ist ein schwammiger Begriff. Denn wenn man die Kunst präsentiert, wird sie öffentlich und verlässt den Off-Bereich."

Für die freischaffende Künstlerin Stefanie Pürschler ist Off-Kunst einfach das, was außerhalb der großen Galerien zu sehen ist. Künstler Mark Pepper sagt sogar: "Kunst ist immer off."