Viele Pläne vor dem Rundgang in der Düsseldorfer Kunstakademie

Kunstakademie : Viele Pläne vor dem Rundgang in der Düsseldorfer Kunstakademie vom 5. bis 9. Februar

Kunstakademie-Rektor Karl-Heinz Petzinka äußert sich im Gespräch zu den Ausstellungen und den Berufungen.

In diesen Wochen ist die Kunstakademie auch in den Abendstunden hell erleuchtet. Es ist die Zeit vor dem Rundgang, der diesmal vom 5. bis 9. Februar stattfindet. Auf dieses Ereignis bereiten sich die 600 Studenten mit Feuereifer vor. Es wird eine turbulente Woche, denn zeitgleich zur Eröffnung am 5. Februar wird der 100. Geburtstag von Gerhard Hoehme mit einer Ausstellung in der Akademie-Galerie am Burgplatz gefeiert.

Mit Spannung erwarten selbst die 34 Professoren, wie es beim Rundgang in der Klasse des neuen Kollegen Koenraad Dedobbeleer aussehen wird. Der Belgier, Jahrgang 1975, ist hierzulande kein Unbekannter, hat er doch schon 2009 in Krefeld den renommierten Mies-van-der-Rohe-Preis verliehen bekommen. Er pflegt aus Alltagsobjekten Kunst zu machen, kreiert aber auch Installationen und arbeitet mit Fotografie. Dedobbeleer erhält in Düsseldorf ein dickes Lob, hat er doch viele Studenten aufgenommen, die in der Übergangsphase ohne Professoren waren. Er wählte niemanden mit spitzem Finger aus, sondern hieß die Anfänger einfach willkommen. Wer tut das schon?

Im letzten Semester wurde Katharina Wulff aus der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg einstimmig für eine Malereiprofessur auserkoren. Die konkreten Vertragsverhandlungen laufen jedoch erst jetzt an, denn die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin und in Marrakesch. Das mag ein bisschen viel sein, wenn man auch noch in Düsseldorf einen Job annehmen will. „Wir gehen die Verhandlungen gelassen an. Wir wollen ihre Vorstellungen und Ideen von der Lehre kennenlernen“, sagt Rektor Petzinka.

Eine zweite Bildhauerstelle wird es jedoch zunächst nicht geben, zumal Dozent Thomas Scheibitz als neu gewonnener Maler auch die Bildhauerei abdeckt. Weiter ausgebaut wird jedoch die Malerei, die immer ein Schwerpunkt an der Akademie war.

Dirk Skreber hat nach dem plötzlichen Tode von Eberhard Havekost dessen Klasse für zwei Jahre übernommen. Am Donnerstag in einer Woche tagt abermals die Kommission, dabei geht es um sieben Kandidaten, die für eine weitere Professur vorgeschlagen werden. Rektor Petzinka wie der Dekan Marcel Odenbach haben keine Stimme bei den Berufungen. Wenn es jedoch nach Petzinka ginge, sollte der Neue nicht aus anderen Städten oder Ländern eingeflogen werden, wie es für Düsseldorf fast schon üblich ist. Petzinka  gilt als „Verfechter der rheinischen Schiene“. Ein Ortsansässiger, wie er früher selbstverständlich war, würde das Leben an der Akademie einfacher und sicher auch lebendiger machen.