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Video-Kunst mit viel nackter Haut im Düsseldorfer Stadtmuseum

Kultur Kompakt : Video-Kunst mit viel nackter Haut

Das Künstlertrio Sheesh Kollektiv öffnet bei der „Digitale“ das Stadtmuseum für junge Menschen.

In den dunkel gestalteten Räumlichkeiten des Stadtmuseums bietet sich an diesem Wochenende ein ungewöhnliches Bild: Nackte Menschen, ohne Make-up und Vollrasur werden auf eine große Leinwand projiziert. Die Klamotten der Designer Jonas Jentsch und Kerima Elfaza zeigen eine geformte Männerbrust, die Frauen tragen sollen und den Oberkörper einer Frau, geschneidert für Männer. Weit geschnittene Hosen, Latex, Videofilme mit Pornografie und futuristischen Darbietungen gefilmt am Rheinufer werden begleitet von ineinander übergehenden Performances, die sich mit genau diesen Szenen und Materialien beschäftigen. Über zwei Tage hinweg zeigten insgesamt zwanzig Künstler, sieben Tänzer und zwei Designer von unterschiedlichen künstlerischen Institutionen aus Düsseldorf, Paris, Essen, Halle, Wien und Hamburg ihre Arbeiten im Rahmen der Digitale, dem Festival für digitale Kunst und Musik.

Das Sheesh Kollektiv besteht aus den Künstlern und Kuratoren Daria Nazarenko, Lou le Forban und Polina Sluzkaja. Der Ausstellungstitel „Close to driving ban“ bedeutet übersetzt In der Nähe des Fahrverbots. „Wir haben einerseits den schmalen Grat zwischen Regelbruch und gerade noch so die Kurve kratzen. Unsere junge Generation denkt viel über körperliche und digitale Transformation nach. Die Ausstellung kritisiert und hinterfragt diese modernen Sichtweisen“, erklärt Nazarenko. „Ziel unseres Konzepts ist es, einen Kulturraum zu schaffen, der in jeder Stadt auftauchen kann“. Dieser bezieht sich auf alle Zielgruppen, denn: „Wir wollen Orte wie das verschlafene Stadtmuseum für junge Leute zugängig machen und zum Leben erwecken. Die Künstler sollen jenseits aller Konventionen eine Möglichkeit haben, sich zu zeigen“.

Die nächste Ausstellung wird zeitgleich mit der Biennale Manifesta in Marseille stattfinden. CR

(CR)