Kino: Ueckerplatz wird Open-Air-Kino

Kino : Ueckerplatz wird Open-Air-Kino

Der Ort ist kulturell verwaist. Mit dem Projekt „HafenKunstKino“ soll er nun wiederbelebt werden.

Den Platz der Medien im Düsseldorfer Hafen hatten Nagelkünstler Günther Uecker und Architekt Thomas Beucker einst als multifunktionalen Ort entworfen. Heller, lockerer Kies, geschwungene steinerne Sitzbänke, Kinoprojektionsturm und die bespielbare Außenwand des Kulturamtes. Die Fläche zwischen Kaistraße und Zollhof sollte als Treffpunkt, Stätte zum Innehalten und als Freilichtkino dienen. Bis vor etwa acht Jahren veranstaltete die Filmwerkstatt auf dem vom Volksmund genannten „Ueckerplatz“ noch die Hafenlichtspiele.

Seitdem ist der Platz kulturell verwaist. Die gemeinnützige Firma art.vision will den Ueckerplatz nun künstlerisch wiederbeleben. Bei den Gründern handelt es sich um Architekten und Medienproduzenten. Sie haben sich mit anderen Unternehmen schon länger auf Großprojektionen im öffentlichen Raum spezialisiert.

Das erste Projekt der im Juli gegründeten Firma nennt sich „HafenKunstKino“. Dahinter verberge sich „die erste permanente Installation für Film- und Videokunst im öffentlichen Raum“ von Düsseldorf. Man könne sich das Projekt wie ein visuelles Radioprogramm vorstellen, sagt der Geschäftsführer von art.vision, Hajo Rappe. „Wir bieten 365 Tage im Jahr Programm und ob man es sich ansieht, ist jedem selbst überlassen.“ Präsentiert werden Filme quer durch die Genres: Stummfilme, 3D-Filme, Animationsfilme, experimentelle Filme oder Videokunst. Zudem werden auch Abschluss-Filme von Nachwuchskünstlern der Filmhochschulen berücksichtigt. Damit soll auch ein jüngeres Publikum angelockt werden. Die Beiträge stellen Filmkünstler und Kulturinstitutionen zur Verfügung. Dazu gehören das Filmmuseum, das TFF TheaterFilmFest, die Stiftung Inter Media Art Institute, der Onomato Künstlerverein sowie andere Filmhochschulen. Art.vision stellt die Filme dann entsprechend der Themen zusammen.

Das Ziel des HafenKunstKinos besteht darin, Filme fernab von Blockbuster-Produktionen zu zeigen. Dazu arbeiten die Initiatoren auch mit anderen Düsseldorfer Kunstkinos wie der Black Box zusammen, richten ihr Programm aber eigenständig aus. „Es gibt so unendlich viele tolle Kunst- und Kurzfilme, die zum Teil nie veröffentlicht werden oder maximal auf irgendwelchen Webseiten oder Online-Kanälen landen. Diese Filme werden bei uns an der ‚Leinwand‘ und vor Publikum gezeigt“, so Rappe.

Das HafenKunstKino eröffnet am Mittwoch um 19 Uhr bei freiem Eintritt. Adresse: Platz der Medien, Zollhof 13.

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