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Tonhalle: Diana Damrau - Aus Gesang wird Glamour

Tonhalle: Diana Damrau - Aus Gesang wird Glamour

Heiter und strahlend: Die Koloratur-Sopranistin Diana Damrau brilliert mit Arien von Mozart und Salieri.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Elegant und lächelnd betritt Diana Damrau in ihrem flammroten Kleid und ebensolchem Seidenschal das Podium der Tonhalle. Das glamouröse Erscheinungsbild der deutschen Koloratur-Sopranistin soll denn noch am Samstagabend der Darbietung mit Arien aus Opern von Mozart und Antonio Salieri entsprechen. Denn von leuchtender Brillanz ist auch ihr Gesang. Dynamisch begleitet wird sie dabei vom Barockorchester "Le Cercle de l’Harmonie" unter der Leitung von Jérémie Rhorer. Sie ist mittlerweile eine international angesehene Musikerin, die 1971 in Günzburg an der Donau geborene Diana Damrau, die sich als Zwölfjährige durch eine Initialzündung entschloss, Sängerin zu werden. Franco Zeffirellis farbenprächtigen Kinofilm zu Verdis "La Traviata" mit Teresa Stratas in der Titelrolle hatte es ihr damals angetan. Dazu passt auch heute noch ihr glanzvoller Auftritt. Nur singt sie nicht Verdi, sondern vornehmlich Musik des 18. Jahrhunderts, vor allem "Arie di bravura" mit den filigranen Verzierungen und virtuosen Tempi. Damrau verfügt über eine helle, schlank geführte Silberstimme, enorme Beweglichkeit, sanftes Piano und strahlendes Forte. In den eher weichen Klang mischen sich nur dann leichte Schärfen, wenn auf Spitzentönen kristalline Brillanz gefordert ist. Solche Qualitäten prädestinieren die Sängerin vor allem für Bravourarien etwa aus Salieris Oper "Cublai, gran Khan dei Tartari". Es bereitet Freude zu erleben, mit welcher Leichtigkeit und Eleganz Damrau Koloraturen singt. Es sind aber nicht nur technische Finessen, die den Hörer begeistern, sondern auch theatralische Ausdruckskünste. Vor allem Heiteres und Strahlendes wirkt bei Diana Damrau so, als bürge sie allmorgendlich für den Sonnenaufgang.

Bei so viel Glamour und Lichtflut wünscht man sich indes auch mal etwas Melancholie, Eintrübung und keusche Schlichtheit. Mit dergleichen kann Damrau allerdings weniger dienen. Ihre Susanna aus Mozarts "Figaro" erscheint nicht gerade als unraffinierte Verlobte des gräflichen Haarschneiders, sondern wie eine Kokette, die am liebsten die Rolle der Gräfin einnehmen würde und schon mal für einen formidablen Auftritt bei Hofe probt.

Karriere Diana Damrau studierte an der Musikhochschule Würzburg, besuchte Meisterklassen bei Hanna Ludwig sowie Edith Mathis. Ihr Repertoire reicht vom italienischen und französischen Fach über hohe lyrische Partien der deutschen Oper bis zu zeitgenössischen Komponisten.