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Tonhalle — das Publikum ist der Star

Tonhalle — das Publikum ist der Star

Der Düsseldorfer Fotograf Hartmut Bühler hat Konzertbesucher für eine Bilder-Schau abgelichtet.

Düsseldorf. Eine junge Frau, Hilde Anders, steht auf einer schwarzen Klavierbank und macht Dirigierbewegungen in der Mitte des Tonhallen-Podiums, dort wo sonst Musiker Platz nehmen. Sie ist gerne Gast im Konzertsaal. Der Düsseldorfer Fotograf Hartmut Bühler hat sie und noch viele weitere regelmäßige Besucher der Tonhalle ins Bild gesetzt. Entstanden ist eine Ausstellung mit 19 quadratischen Portraits (Größe: jeweils ein mal ein Meter), die noch bis Ende der laufenden Konzertsaison in den VIP-Räumen des grünen Gewölbes zu sehen sind.

Hilde Anders.
Hilde Anders. Foto: Hartmut Bühler

„Alle Welt frönt dem Starkult“, sagt Bühler. „Doch Stars wären ohne Publikum nicht das, was sie sind.“ Darum habe er Tonhallen-Intendant Michael Becker auf seine Idee angesprochen, mal eine Ausstellung mit Fotos von Konzertbesuchern zu gestalten. Der Intendant fand die Idee gut, und die Dramaturgie der Tonhalle unterstützte den Fotografen beim Suchen nach Publikum, das bereit wäre, sich fotografieren zu lassen.

Ganz leicht sei es nicht gewesen, viele fotografierfreudige Modelle zu finden. Doch dann habe es endlich geklappt. Beispielsweise hat sich das Düsseldorfer Ehrenbürger-Paar van Meeteren auf den Lieblingsplätzen im 2. Parkett fotografieren lassen. Auch die jüngsten Besucher, die sogenannten „Ohrenmäuse“, sind mit drei Betreuerinnen in der Rotunde ins Bild gesetzt. Es sind auch ein paar Persönlichkeiten darunter, die mehr oder weniger professionell mit Musik zu tun haben, wie Manfred Hill, Vorsitzender des Städtischen Musikvereins, oder der junge Komponist Daniel Rheinbay.

„Die Fotos sind nicht überinszeniert“, sagt Bühler. Er habe vielmehr etwas Authentisches zeigen wollen. Einiges wurde aber dennoch sehr kunstvoll. Eine Lady ließ sich in einem mondänen Mantel fotografieren. „Da sieht sie aus wie ein Ufa-Star“, sagt Bühler. Der Dame habe das Shooting merklich Spaß gemacht. „Sie wusste um ihre Wirkung, und es ist ein wirklich bezauberndes Foto geworden.“

Die Haupt-Schwierigkeit gewesen sei das Zeit-Management. „Man darf die Leute nicht zu lange warten lassen“, weiß der Fotograf. Und dennoch müsse für jede Szene ein Aufbau von Kamera und Hilfsmitteln stattfinden. „Das Licht muss stimmen.“ Und für solche Feinarbeit brauche man doch schon eine Weile. Für das Fotografieren selbst habe er dann lediglich fünf Minuten benötigt.

Bühler hat sich schon einmal fotografisch mit Menschen der Stadt beschäftigt: „100 Düsseldorfer Köpfe“ heißt ein Bildband mit Fotos, die Bühler von hiesigen Lokalgrößen gemacht hat. Aber auch echte Stars wie Regisseur Wim Wenders und der international umjubelte Bassbariton Bryn Terfel haben schon vor Bühlers Kamera gestanden.