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Theater: Eine Stall-WG mit Baby

Theater: Eine Stall-WG mit Baby

Dem Düsseldorfer Autor Norbert Ebel ist mit „Ox & Esel“ ein internationaler Erfolg gelungen.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Ein Hausrind und ein Esel haben schließlich doch noch Karriere gemacht. Durch die Weihnachtsgeschichte seit rund 2000 Jahren zu Außenseitern degradiert, haben sie es nun durch das angeschrägte Krippenspiel des Düsseldorfer Autors Norbert Ebel zu Weltruhm gebracht. Nachdem das Stück "Ox & Esel" 1998 in Marburg uraufgeführt und ein Jahr später mit dem Deutsch-Niederländischen Autorenpreis "Kaas & Kappes" ausgezeichnet worden war, ist es mehr als 20 Mal inszeniert worden - und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in Brasilien, Norwegen und Österreich. Herr Ebel, warum musste die Weihnachtsgeschichte einmal aus Sicht von Ochse und Esel erzählt werden?Ebel: In jeder weihnachtlichen Kaufhaus-Deko stehen im Hintergrund diese Tiere ’rum. Doch keiner weiß eigentlich mehr warum. Deshalb fand ich es interessant, diese untergebutterten Randfiguren in den Mittelpunkt zu rücken. Mir geht es darum, dass Ochse und Esel eigentlich für die Wärme im Stall stehen. Wie erklären Sie sich den Erfolg Ihrer Stall-WG? Abgesehen davon, dass es ein gutes Stück ist ...Ebel: Stimmt, das Stück ist wirklich gut (lacht). Aber, es gibt einfach eine Tradition und ein großes Interesse für Weihnachtsmärchen im Kinder- und Jugendtheater. Außerdem ist es mit zwei Darstellern ein kleines Stück, das ohne großen Aufwand inszeniert werden kann. Wie unterscheidet sich die Düsseldorfer Inszenierung von anderen?Ebel: Regisseur Rinus Knobel hat die Geschichte ernster genommen. Während andere mehr auf Slapstick und Humor gesetzt haben, untersucht er sehr genau die Beziehung der beiden Stall-Bewohner. Manche halten die Adaption für zu intellektuell ...Ebel: Vielleicht ist die Freigabe ab sechs Jahren ein wenig zu niedrig angesetzt. Ich neige zudem dazu, Erwachsenen-Gags ’reinzuschreiben. Aber gutes Kindertheater ist immer auch Familientheater - also auch für Ältere interessant. Soll Ihr Stück dem älter werdenden Deutschland eigentlich Lust auf Familie machen?Ebel: Sicher nicht im Sinne eines Eva-Herman-Prinzips! Es geht auch nicht um das klassische Familienideal, bei "Ox & Esel" leben ja auch zwei Männer zusammen. Die Geschichte kann ganz einfach als Appell verstanden werden, mit Kindern vernünftig umzugehen.

Infos: "Ox & Esel", 15., 16.12., jeweils 16 Uhr, 17., 18.12., jeweils 10 Uhr, 21., 19 Uhr, 22., 23.12., jeweils 16 Uhr, FFT Juta, Kasernenstraße 6, Karten: Tel. 0211/8767870.

Vita Der 49-jährige Wahldüsseldorfer Norbert Ebel wurde 1958 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaften und Romanistik und arbeitete als Dramaturg, Regisseur und Schauspieler - unter anderem in Schleswig, Detmold und Marburg. Sein Stück "Das kranke Huhn" wurde im November 2007 am FFT in Düsseldorf uraufgeführt.