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Tanztheater: Mit Purismus in eine ungewisse Zukunft

Tanztheater: Mit Purismus in eine ungewisse Zukunft

Das Ensemble Neuer Tanz von VA Wölfl steht vor Problemen. Da Stiftungsgelder nicht verlängert werden, ist das Tanztheater auf fremde Hilfe angewiesen.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. "Wir wissen nicht, ob es uns demnächst noch gibt", sagt VA Wölfl, künstlerischer Leiter und Choreograf der Gruppe Neuer Tanz im Benrather Marstall. Die Hilfen der NRW-Stiftung und der Kulturstiftung des Bundes sind auf jeweils drei Jahre beschränkt und laufen jetzt aus. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe trifft sich noch in dieser Woche mit Regina Wyrwoll, Präsidentin der Kunststiftung NRW, um zu retten, was zu retten ist. Die Förderung von Stadt und Land mit jeweils 80 000 Euro reicht nicht aus, um ein Ensemble mit acht Tänzern und insgesamt 16 Leuten am Leben zu halten. Bei zwölf bis 20 Aufführungen jährlich in Benrath kann das Theater ohne fremde Hilfe nicht überleben, und die Einladungen in fremde Länder machen den Kohl auch nicht fett.

In der jüngsten Arbeit "12", die im Rahmen von "Tanz NRW" nun Premiere hatte, bewies die Gruppe erneut ihr Talent, aber auch ihre rigide Haltung.

Es gibt auch keine Ausstattung, kein Bühnenbild. Die Auftritte geschehen auf den Podesten, die auch zum Proben dienen. Keyboards, Mikrofone und Plexiglasstühle, auf denen Totenkopf-Drucke kleben, sind alles.

Einmal in den 90 Minuten Spielzeit meint man, ein Tänzer mit nacktem Oberkörper mime unter dem Lichtkegel einen Gekreuzigten. Doch im nächsten Augenblick zieht er sich sein Oberteil wieder an und übernimmt eine andere Funktion. Zeitversetzt schickt ein Akteur Papier durch den Reißwolf.

Infos unter Tel. 0211/718 77 77

www.neuertanz.com