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Schauspielhaus Düsseldorf: Symposium über weibliche Führungskräfte an Theatern

Schauspielhaus Düsseldorf : Symposium über weibliche Führungskräfte an Theatern

Vom Freitag bis Samstag wird im Central über die Geschlechtergerechtigkeit in der performativen Kunst diskutiert.

Geschlechtergerechtigkeit ist ein überaus aktuelles Thema. Es ist kein Geheimnis, dass man in Führungspositionen – und dies unabhängig von der Branche – zumeist eine Überzahl an Männern finden kann. Wie in den Vorstandsetagen von Konzernen so ist es auch auf dem weitaus künstlerischerem Metier der Perfomativen Künste, also alles das, was Theater umfassen kann.

Dabei müsste es eine Selbstverständlichkeit sein, dass just in künstlerischen Sphären allein die Fachliche Kompetenz der Personen entscheidend sein sollte und sonst nichts. Doch wie man bei der Ankündigung des nun vom Frauenkulturbüro-NRW am Schauspielhaus Düsseldorf veranstaltetem Symposiums lesen kann, sprechen die Zahlen eine andere Sprache: 78 Prozent Männeranteil in den Intendanzen und Spartenleitungen. Die gleiche Prozentzahl an Inszenierungen an „großen Bühnen“, wie es dort heißt, werde von Regisseuren geleitet. Ein Schieflage, die mit Sicherheit nicht an der Kompetenz der Akteure liegt. Aber wie sich dies ändern lässt und woran dieses Missverhältnis genau krankt muss diskutiert und möglichst aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Das Symposium, das von Freitag bis Samstag im Central stattfinden wird, möchte genau dies in Vorträgen, Diskussionen und ähnlichen Formaten tun.

Unter der künstlerischen Projektleitung von Frauke Meyer vom Team des Frauenkulturbüros soll es aber nicht nur um die Frage von Gerechtigkeit gehen, sondern auch um just in jüngster Zeit mehr und mehr in den Fokus gerückte Themen wie Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung. Schlagworte wie strukturelle Diskriminierung von Frauen in Kulturinstitutionen oder die Vereinbarkeit von Familie und Führungspositionen sollen gleichfalls in den Diskurs einfließen. Hierzu hat man namhafte Vertreterinnen und Vertreter der Szene eingeladen, um miteinander zu diskutieren. Darunter Sonja Anders Chefdramaturgin am Deutschen Theater Berlin und designierte Intendantin des Schauspiel Hannover, Patricia Nickel-Dönicke Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin des Theaters Oberhausen, Nicola Bramkamp Artistic Director Save the World und ehemalige Intendantin am Schauspiel Bonn, Marc Grandmontagne (Deutscher Bühnenverein) oder auch Janina Benduski Vorsitzende des Bundesverbands Freie Darstellende Künste. Aus Düsseldorf vertreten Felicitas Zürcher (Leitende Dramaturgin Schauspiel Düsseldorf), Elisabeth Wilfart Gleichstellungsbeauftragte Stadt Düsseldorf und natürlich auch Generalintendant Wilfried Schulz.

Am Freitag Abend wurde zudem eine Vorstellung von „Eva und Adam“ unter Christoph Seeger-Zurmühlens Regie – und wieder ein Mann – in das Programm eingeflochten. Weitere Informationen unter: