Symphoniker: Freude über Doppelspitze bei den Düsys

Symphoniker: Freude über Doppelspitze bei den Düsys

Adam Fischer (65) und Alexandre Boch (29) teilen sich bis 2020 den Posten am Pult der Düsseldorfer Symphoniker.

Düsseldorf. Einer der bedeutendsten Dirigenten der Welt, der 65-jährige Ungar Adam Fischer, und ein vielversprechendes Taktstock-Talent, der 29-jährige Franzose Alexandre Bloch, werden — wie die WZ berichtete — ab der Saison 2015/2016 bis zur Spielzeit 2019/2020 Chefdirigenten der Düsseldorfer Symphoniker. Beide standen bei den Orchestermitgliedern ganz oben auf dem Wunschzettel - entsprechend groß die Freude bei den Düsys, dass es jetzt zum Vertragsabschluss mit beiden kam.

Es ist ein Novum im städtischen Konzertleben, dass es zwei Dirigenten gibt, die sozusagen eine kapellmeisterische Doppel-Spitze bilden. Aber dadurch, dass Adam Fischer nur viermal pro Jahr nach Düsseldorf reisen muss, um jeweils drei Symphoniekonzerte zu geben (und mit dem Orchester zu erarbeiten), gab es überhaupt die Chance, einen weltweit gefragten Star für Düsseldorf zu gewinnen. Weitere vier Konzerte übernimmt der weniger bekannte Bloch. Die restlichen Programme des jährlichen Konzert-Dutzends übernehmen Gastdirigenten.

Der amtierende Generalmusikdirektor der Oper, Axel Kober, habe sich unterdessen bereit erklärt, bei den Verwaltungsaufgaben, die Orchesterchefs auch haben, etwas stärker einzusteigen, um Fischer davon zu befreien, sagte gestern Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Zwei Komponisten sollen künftig im Zentrum der Symphoniekonzerte stehen: Joseph Haydn und Gustav Mahler.

Fischer will bis 2020 Mahlers komplettes symphonisches Werk in Düsseldorf aufführen. Für den Wiener Klassiker und den Spätromantiker gilt Fischer als Spezialist: Haydn-Symphonien hat er komplett auf CD aufgenommen und erhielt dafür die besten Kritiken. Und Mahler führte er unlängst mit den Wiener Philharmonikern auf - und bekam für sein Dirigat höchste Ovationen. Den Auftakt in der kommenden Saison will Fischer mit Haydns Symphonie Nr. 88 bestreiten sowie mit Mahlers Siebter.

Die Düsseldorfer Symphoniker, die zu 70 Prozent in der Oper spielen, hält Fischer für denkbar geeignet, Mahler zu dirigieren: „In meiner Vorstellung ist das richtige Mahler-Orchester eigentlich ein Opernorchester“, sagt Fischer. Es gehe nicht nur um eine hochglanzpolierte Wiedergabe, sondern auch um das Erleben auf der Bühne, um Aktion und Reaktion. „Es geht um das Leben.“ Auch Haydn spiele für ihn weiterhin eine wichtige Rolle. „Er steht zu Unrecht im Schatten Mozarts.“ Er wolle dessen Werke so dirigieren, dass das Publikum darin das Wunderschöne wahrnehme.

Fischers Position als „Erster Konzertdirigent“ wird formal über der Blochs stehen, der die neu geschaffene Funktion des „Principal Guest Conductors“ übernimmt. Bloch gilt als enormes Talent und gewann im Alter von 25 Jahren den Nachwuchswettbewerb des London Symphony Orchestra, dessen Assistenz-Dirigent er anschließend wurde.