Stiftung imai und KIT stellen junge Medienkünstler in Düsseldorf aus

Kunst : KIT-Ausstellung in Düsseldorf: Kunst-Business, TV-Nostalgie und Familiengeschichten

Unter dem Titel „Watch Out!“ präsentieren „Kunst im Tunnel“ und die Stiftung imai junge Medienkünstler.

Das Inter Media Art Institute (imai) und Kunst im Tunnel (KIT) zeigen im unterirdischen Ausstellungshaus am Mannesmannufer die Ausstellung „Watch Out!“ („Pass auf!“). Präsentiert werden fünf junge Medienkünstler.

Adela Jušic gibt Tipps für eine erfolgreiche Künstlerkarriere

Die Schau beginnt mit der Zwei-Kanal-Installation „Artist’s Statement“ von Adela Jušic. Über zwei Bildschirme spricht die bosnische Künstlerin mit sich selbst. Sie liefert Tipps für eine erfolgreiche Künstlerkarriere. Etwa: „Künstler müssen intelligent über ihre Werke, Einflüsse, Inspirationsquellen reden“. Ein (selbst)ironisches Statement zum Kunst-Business.

Max Grau widmet sich in seinem Video dem legendären Musical-Film „Grease“

Max Grau wiederholt in seinem Video permanent eine Kernszene des Films „Grease“: John Travolta und Olivia Newton-John singen „You’re the One That I Want“. Zudem versieht er sie mit Kommentaren aus dem Netz. So beschreibe Wikipedia Filmheldin Sandy als „schüchtern“, „naiv“ und „unschuldig“.

Maki Sataki reist mit der Kamera in die eigene Familiengeschichte

Die japanische Künstlerin Maki Sataki folgt in ihrem Video den Spuren ihres verstorbenen Großvaters. Sie collagiert Bilder von Landschaften mit Schwarzweiß-Porträts des Großvaters oder Selfies mit Kamera und lässt sie im Sekundentakt aufblitzen. Eine atemlose Erinnerungsreise in die eigene Familiengeschichte und ein Kommentar zur rasanten Fortentwicklung der Bildspeichertechniken.

Dominik Geis beschwört mit seiner Filminstallation die vergangene Fernsehkultur herauf

Am spektakulärsten wirkt die 3-Kanal-Installation „The Beauty of It“ von Dominik Geis. Drei Leinwände splitten sich immer wieder in kleinere Bildformate auf. Permanent flackern Sequenzen von Tänzerinnen in TV-Shows auf, von Schwimmern im Wettkampf oder von Autorennen. Alles geremixtes Found Footage-Material. Manchmal auf 36 Bildern gleichzeitig, mal in grellem Gelb, mal ins Negativ gekehrt. Eine Hommage an das Fernsehen als virtuelle Bühne im Wohnzimmer.

Miriam Gossing und Lina Sieckmann erzählen in ihrem Film von einem mysteriösen Phänomen in einer US-Kleinstadt

Am beeindruckendsten ist der Film „Ocean Hill Drive“ von Miriam Gossing und Lina Sieckmann. Er erzählt von einer Familie, die sich in einem Küstenstädtchen in Massachusetts ein Haus gekauft hat. Zu sehen sind Interieurs oder nächtliche Straßen, immer menschenleer. Ununterbrochen flackern Schatten auf. Eine Sprecherin schildert mysteriöse Vorfälle. Die Atmosphäre wirkt unheimlich. Letztlich gibt es aber eine logische Erklärung: eine fehlplatzierte Windturbine in der Vorstadtsiedlung. Die Ausstellung läuft noch bis zum 11.11. im KIT.

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