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So war der „Der kleine Wassermann“ als Live-Hörspiel in Düsseldorf

Asphalt auf See : Quirlige Wasserwesen und Nieselregen

Das Ensemble Toboso präsentierte Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker „Der kleine Wassermann“ als Live-Hörspiel auf dem Schwanenspiegel.

Gespannt schauen große und vor allem kleine Besucher am späten Dienstagnachmittag auf den Schwanenspiegel. Denn da rudert das Ensemble Toboso der schwimmenden Bühne entgegen. Die Vier werden in den nächsten rund 60 Minuten Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker „Der kleine Wassermann“ Leben einhauchen.

Das Live-Hörspiel ist Teil des aktuellen Programms von „Asphalt auf See“. Das Publikum hat es sich mit Kopfhörern in Liegestühlen bequem gemacht. Vorab bekam jeder Gast einen Schutz ausgehändigt, der über die Hörmuscheln gezogen werden muss.

Der Sound ist extrem gut. Selbst kleinste Geräusche, die Toboso auf der Bühne mit vielerlei Equipment erzeugen, sind klar und deutlich zu hören. Da wird mit Geschirr geklappert, im Wasser geplanscht, gehupt und gepfiffen.

Vorstellung „Der kleine Wassermann“ (Ensemble: Topos) am 14. Juli bei asphalt auf See am Schwanenspiegel. Foto: Asphalt auf See/Nana Franck

Toboso halten sich eng an Preußlers Buchvorlage

Aber nur zuzuhören wäre gerade für die Kleinen im Publikum zu langweilig, deshalb lassen Jennifer Ewert, Moritz Fleiter und Fabian Sattler die Figuren lebendig werden, während Simon Knöß sich um die Technik kümmert. Ewert schreckt auch nicht davor zurück, mit einem Ofenrohr ins Wasser zu steigen, um es als Seerohr zu nutzen.

Das Ensemble hält sich eng an Otfried Preußlers Buchvorlage, die den kleinen Wassermann durch sein erstes Lebensjahr begleitet. Vom Frühling, in dem der stolze Papa den kleinen Neuzugang in der Familie der Wasserwesen genauestens unter die Lupe nimmt. Hat er auch wirklich Schwimmhäute zwischen den Fingern? Hat er. Sind die Haare grün? Sind sie. Alles dran an dem kleinen Wassermann, bald schon machen sich Vater und Sohn auf, den Mühlenweiher zu erkunden.

Es plätschert und blubbert, wenn der kleine Wassermann zu seinen ersten Abenteuern aufbricht und die Bewohner des Weihers kennenlernt, wie den alten Karpfen Cyprimus mit seinem moosbewachsenen Rücken.

Damit sich die Kinder besser vorstellen können, wen das quirlige Wasserwesen so alles trifft, hält Jennifer Ewert Tafeln mit verschiedenen Tieren in die Höhe.

„Igitt“ finden die Kleinen im Publikum die Schlammschnecke. Aber da sind auch Teichmuscheln, Wasserflöhe oder Libellen. Um sie zu sehen, muss der kleine Wassermann an die Oberfläche schwimmen, ganz geblendet vom Sonnenlicht des Sommers.

Wenn er das in einer Höhle hausende Neunauge trifft, bekommt das Publikum den passenden Hall auf die Ohren. Ganz so, als säße es selbst tief unten im Weiher.

Ebenso plastisch klingt es, wenn der kleine Wassermann das Mühlrad als tollen Spielplatz für eine Wildwasserpartie entdeckt.

Während der gesamten Vorstellung nieselt es. Zwar ist die im Schwanenspiegel schwimmende Bühne überdacht, nur leider nicht die Reihen mit den Liegestühlen für die Zuschauer. Einige haben sich vorausschauend Schirme mitgebracht, was allerdings für die weiter hinten Sitzenden die Sicht ein wenig einschränkt.

Als Simon Knoß einen Luftballon über das Wasser fliegen lässt, als Sinnbild für den Mond, den der kleine Wassermann als Geschenk für seine Mutter fangen will, frischt der Wind auf, und kurz danach öffnet der Himmel seine Schleusen. Zum Glück ist es in der Welt des kleinen Wassermannes inzwischen Winter geworden und Toboso sind am Ende ihres kurzweiligen Live-Hörspiels.

Vielleicht finden die Veranstalter ja für die weiteren Vorstellungen auf der Seebühne eine Möglichkeit, ein paar Sonnenschirme zu organisieren, denn Petrus hat für diese Woche noch einige Schauer eingeplant. Es wäre schade, wenn diese schöne Idee ins Wasser fallen müsste.

Das Gesamtprogramm von „Asphalt am See“, das noch bis 19. Juli geht, gibt es unter

www.asphalt-festival.de