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Setareh Gallery Düsseldorf: Malerin Carmen Neely feiert Europa-Debüt

Kunst : Wenn jedes Gemälde von einer persönlichen Begegnung erzählt

US-Künstlerin Carmen Neely feiert bei Setareh ihr Europa-Debüt.

Mit ansteckender Energie und voll jugendlicher Kraft. So tritt Carmen Neely dem Besucher entgegen - in der Dependance der Setareh Gallery auf der Hohe Straße 53. Genauso geht die 31-jährige Amerikanerin auch mit Farben um. Sie drückt Tuben aus. spritzt Öl- und Acrylfarben auf auf meist großformatige Leinwände. Oder überzieht sie mit feinen Linien, manchmal sogar mit Stiften. Oder sie sprüht, pinselt oder bürstet das Material in dicken Blöcken oder geschwungenen Linien. Manchmal erkennt man auch Architektur-Fragmente. Die Künstlerin aus North Carolina strahlt vor Freude; denn mit ihren ihrer Schau unter dem Titel „Lifelines“ (Lebenslinien) feiert sie ihr Europa-Debüt.

Die überwiegend gestischen Gemälde mit schattenhaften Umrissen spiegeln eine junge Position zum Genre „Abstrakter Expressionismus“. Doch anders als bei vielen Maler-Kollegen tragen Neelys Werke erzählerische Titel. Sie ordnet jedem Bild eine persönliche Begegnung zu. Die Titel formuliert sie, bevor sie malt. Es sind Geschichten von besonderen Beziehungen, von Gesprächen und Begegnungen. Bilder sind für sie „Dokumente der Erinnerung“.

So bei einer wilden Komposition von wirbelnden Linien, Balken und Flächen in Kobalt-Blau. Darunter erkennt man eiförmige Gebilde in Hell-Ocker: Versteckte, auf der Fläche schwebende Eier. Schwebende Titel: „All the boiled eggs you can eat“ (Alle gekochten Eier, die du essen kannst“). Die Idee entstand, als ihre Hochschulfreundin Lauren sie in North Carolina besuchte. Sie ist extra für die Vernissage aus New York angereist. Lauren isst jeden Tag mehrere gekochte Eier. Die heitere, unbeschwerte Art der Freundin hat sich auf Neelys Malerei ausgewirkt. Spielerisch zusammengesetzt wirken die Gebilde, die sie meist spontan, intuitiv komponiert.

Leidenschaftlich und kämpferisch dagegen ihr 2,4 Meter breites, größtes Gemälde „A real fighter fighter“ (Ein wahrer Kämpfer Kämpfer). Linien und Flächen in Rot, Pink, Orange und Braun geraten in einen Strudel. Mit einer Freundin hat Neely immer wieder diskutiert. Mit heftiger Leidenschaft und reichlich Aggression. Über das Leben und die Kunst. Letztere springt aus dem Bild heraus und kann sich leicht auf den Betrachter übertragen. Da trafen wohl zwei Kämpferinnen aufeinander. Mit expressiver Malerei über ihr Leben zu erzählen – das macht Carmen Neely seit den Anfängen ihrer Künstler-Laufbahn. Das war auch bei ihren früheren Werk-Zyklen so. Familie, Freunde oder Freundinnen inspirierten sie zu „Lebenslinien“, einmal auch ihr Ex-Partner.

 „Carmen Neely: Lifelines“ in der Setareh Gallery, Hohe Straße 53. Tel: 86 81 72 72, www.setareh-gallery.com.